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Finger weg vom Jungwild!

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Mittwoch, 18.05.2016 - 02:10
Foto: Polizei © Polizei
Foto: Polizei

Ein Beamter mit dem Kitz. Foto: Polizei

Die Münchener Polizei wurde am vergangenen Samstag in den Perlacher Forst gerufen. Ein Mann hatte beim Spazierengehen mit seinem Hund im hohen Gras ein Kitz gefunden, es aufgenommen, in eine Jacke gewickelt und in sein Auto gepackt. Nun lag es an den Ordnungshütern, eine geeignete Bleibe für das Reh zu finden. Nach zahlreichen Telefonaten mit der Tierrettung, mit dem Tierpark Hellabrunn und einigen Jägern wurde schließlich jemand gefunden, der versuchen will, das Tier mit der Flasche aufzuziehen. Die Polizisten nehmen den Sachverhalt zum Anlass, um ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, dass vermeintlich verwaistes Jungwild niemals angefasst werden soll. „Es liegt in der Natur des Rehs, seine frisch geborenen Jungen im hohen Gras abzulegen. Das Kitz wird dann von der Rehmutter in kurzen Abständen gefüttert“, heißt es in der Aussendung. Im Zweifel sollte immer der zuständige Jagdpächter oder die Polizei informiert werden. Ebenfalls sollten Hundebesitzer ihre Vierbeiner nur angeleint ausführen. Neben den Ordnungshütern weisen alljährlich zur Brut- und Setzzeit auch die Jägerschaften auf die Problematik hin.

Ein ähnlicher Fall aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Besucher des Yellowstone-Nationalparks meinten einem vermeintlichen Bison-Waisen helfen zu müssen. Sie packten es in den Kofferraum ihres Autos und übergaben es Rangern. Letztere versuchten mehrere Tage lang, die Herde zur Wiederaufnahme ihres Artgenossen zu bewegen. Doch vergebens, schlussendlich wurde das Kalb eingeschläfert.
BS