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Feldhasenbesätze: steigend in Niedersachsen – in NRW stabil

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Freitag, 08.04.2022 - 13:17
Feldhase © ©Soru Epotok - stock.adobe.com
Ein wirksames Prädatorenmanagement hilft dabei, die Feldhasenbesätze zu fördern.

In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es erfreuliche Neuigkeiten bezüglich der Feldhasenbesätze. So stieg beispielsweise der Besatz von Meister Lampe in Niedersachsen über fünf Jahre im Durchschnitt um 21 % an. Nordrhein-Westfalen sieht sich mit 34 Feldhasen pro Quadratkilometer im Durchschnitt nahe der Spitze im Vergleich der Bundesländer. Das teilten am Freitag, den 8. April 2022, die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) und der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) gegenüber der Redaktion mit.

Die Daten für Niedersachsen stammen aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE). Sie zeigen einen großen Unterschied zwischen den Gebieten in Nord- sowie Nordwestniedersachsen und im Süden des Landes. Die feldreichen Regionen im Norden haben mit Besätzen von über 100 Feldhasen pro Quadratkilometer in einigen Revieren eine deutlich stärkere Population als der waldreiche Süden. „Strukturgebende Landschaftselemente mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten sind für den Feldhasen das A und O“, erklärt Dr. Egbert Strauß, Wildbiologe der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Darüber hinaus hätten vor allem Fressfeinde erheblichen Einfluss auf die Situation der Feldhasen und Bodenbrüter wie Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn.

Die Landesjägerschaft Niedersachsen führt gemeinsam mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) seit 1991 im Rahmen der WTE auf wissenschaftlichen Standards beruhende Scheinwerferzählungen durch. Über Zählungen und Bestandseinschätzungen werden im Rahmen der WTE Jahr für Jahr neben dem Feldhasen auch kontinuierlich verschiedene Wildtierarten von den Jägerinnen und Jägern in Niedersachsen erfasst.

Stabiler Besatz in NRW

In NRW erholt sich der Besatz an Feldhasen seit 2017 wieder, nachdem zwischen 2005 und 2015 ein deutlicher Rückgang der Besätze zu verzeichnen war. Momentan liegt das Bundesland in der Tabelle mit den meisten Feldhasen pro Quadratkilometer auf Platz zwei hinter Bremen. 34 Hasen ließen sich im Frühjahr in NRW im Durchschnitt auf dieser Referenzfläche zählen. Ähnlich wie in Niedersachsen gibt es aber auch hier regionale Unterschiede. Besonders häufig kommt der Feldhase in den Börde-Landschaften NRWs (Soester Börde, Jülich-Zülpicher Börde) vor, aber auch am Niederrhein, im Münsterland und in Ostwestfalen.

Nicole Heitzig, Präsidentin des LJV NRW, spricht von einem der besten Frühjahrswerte seit vielen Jahren. „Mit den biotopverbessernden Maßnahmen in unseren Revieren helfen Jägerinnen und Jäger einer Vielzahl von Tierarten. Den Feldhasen kann man natürlich besonders gut sehen und zählen. Aber auch unscheinbare Arten bis hin zum Laufkäfer profitieren von den Biotopverbesserungen. Die extrem warmen Sommer von 2018 bis 2020 hatten auch einen positiven Effekt auf diese Tierarten“, erklärte Heitzig weiter. Besonders schwer hatten es die Feldhasen im vergangenen Jahr. Das nasskalte Klima sorgte in diesem Jahr für einen Nettozuwachs von gerade einmal 17 % und viel damit deutlich geringer aus als gewohnt.

Die Daten für NRW stammen aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), das seit 20 Jahren alljährlich die Erhebungsdaten aus 460 Referenzgebieten in ganz Deutschland auswertet. Aufgenommen werden die Daten nach wissenschaftlichen Standards von speziell geschulten Jägerinnen und Jägern. Alleine in NRW beteiligen sich pro Jahr mehr als 60 Reviere, die zweimal im Jahr (im Frühjahr und im Herbst) die Hasenbesätze aufnehmen.


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