Home News Feiger Sabotageakt

Feiger Sabotageakt

Förster Stefan Brunner vom Kreisforstamt Reutlingen und Marina Aufrecht, bei der Stadt Münsingen für die Jagd zuständig, besichtigen den sabotierten Hochsitz. © Foto: Julie-Sabine Geiger, mit freundlicher Genehmigung des Reutlinger General-Anzeigers

Förster Stefan Brunner vom Kreisforstamt Reutlingen und Marina Aufrecht, bei der Stadt Münsingen für die Jagd zuständig, besichtigen den sabotierten Hochsitz.


In der Gemarkung Münsingen-Buttenhausen auf der Schwäbischen Alb haben bisher unbekannte Täter einen Hochsitz auf heimtückische Weise angesägt und billigend in Kauf genommen, dass ein Jäger mitsamt Hochsitz umstürzt.
Alle vier Stützen wurden mit einer Motorsäge fachmännisch angesägt. Mulmig wurde es einem Jäger, als er im letzten Büchsenlicht auf den Hochsitz kletterte. Plötzlich hat sich die Kanzel verwunden. Lediglich die Leiter hat das Gewicht von Mann und Hochsitz noch gehalten. "Wer Hochsitze ansägt, nimmt damit billigend in Kauf, dass Leute, die da raufsteigen, bei Stürzen lebensgefährlich verletzt werden können, wenn nicht gar tot sind", wettert Förster Stefan Brunner vom Kreisforstamt über die Heimtücke und mahnt andere Jäger zur Vorsicht (Foto: Julie-Sabine Geiger, mit freundlicher Genehmigung des Reutlinger General-Anzeigers).
Dass die Holzstützen so unerkennbar durchtrennt wurden, ist allerdings neu in Reutlinger Revieren. Den Sachschaden der zerstörten Kanzel beziffert der Jagdpächter auf gut 1000 Euro. Sollte der Säger ermittelt werden, wird er sich wegen Sachbeschädigung verantworten müssen. Kann ihm Absicht nachgewiesen werden - er also im Wissen, dass der Jäger in der Dämmerung gerade diesen Hochstand für den Ansitz wählen würde, die Stützen durchgesägt habe, würde die Anklage auf fahrlässige Körperverletzung, im schlimmsten Fall sogar fahrlässige Tötung lauten, erklärt Amtsgerichtsdirektor Thomas Rainer. Der Jagdpächter hat die Kanzel inzwischen mit zusätzlichen Streben gesichert. BHA