Home News FDP fordert neue Kormoranverordnung

FDP fordert neue Kormoranverordnung

am
Freitag, 11.06.2010 - 09:06
In Mecklenburg-Vorpommern sollen etwa 90 000 Wasserraben einen Schaden von 11 Millionen Euro anrichten. (Foto: Archiv)
In Mecklenburg-Vorpommern sollen etwa 90 000 Wasserraben einen Schaden von 11 Millionen Euro anrichten. (Foto: Archiv)

Ziel des Antrags ist, die Verordnung so zu gestalten, dass sie ein nachhaltiges Bestandsmanagement ermöglicht. So soll der Geltungsbereich auf den Küstenbereich ausgeweitet ist, da hier 85 Prozent des gesamten Landes-Kormoranbestandes leben, wie Holger Anders, Referent für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz der FDP-Landtagsfraktion erklärt: "Der Kormoran ist ein wesentliches Problem für die Fischerei in unserem Land. In Teichanlagen, wie beispielsweise in der Lewitz müssen Verluste durch Kormoranfraß in einem Umfang von 60 Prozent und mehr des Besatzes hingenommen werden."

Durch sein verstärktes Auftreten habe er sich aber auch zum Störfall bei der Aufrechterhaltung der Artenvielfalt und der Biodiversität entwickelt. Andere Vogelarten auch solche, die unter Schutz stehen, wie Brandseeschwalbe, Trauerseeschwalbe, Graureiher, Enten und Möwen würden von ihm verdrängt. Die Schlaf und Brutplätze seien dadurch gekennzeichnet, dass in deren Umfang bedingt durch den Vogelkot nichts mehr wächst. Für Mecklenburg-Vorpommern könne von einem Gesamtbestand von 80000 bis 100000 Vögeln im Jahr ausgegangen werden, Tendenz steigend. Dies bedeute, dass der Kormoran pro Tag circa 40-50 Tonnen Fisch aus den Gewässern entnimmt. Wird diese Menge mit den durchschnittlichen Rohpreisen bewertet, so ergibt sich ein Verlust an Biomasse durch Kormoranfraß in Höhe von etwa elf Millionen Euro. Allein bei den Binnenfischern wird der Verlust mit mehr als eine Million Euro angegeben. Die Universität Rostock hat eine Studie zur Bestimmung einer Mindespopulationsgröße zur Arterhaltung des Kormorans erstellt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass 1500 Brutpaare zur Erhaltung der Art in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend wären. Vor diesem Hintergrund setzt sich die FDP unter anderem dafür ein, Vergrämung und Abschuss von Kormoranen zu erleichtern. SE