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Fast 40 Fangschüsse...

Nach stundenlagem Stress wurde das Wildschwein erschossen. Foto: S. Hanak © S. Hanak

Ein Wildschwein, das sich vergangene Woche in die Innenstadt verirrt hatte, hielt Polizisten stundenlang auf Trab. Erst in einem Hinterhof konnte das Tier mit einem Tor eingesperrt werden. Weder der verständigte Veterinär konnte das Tier betäuben, noch wollte der Stadtförster eingreifen, berichtet ein Polizeisprecher. Deshalb erschossen die Beamten die Sau. Etwa drei Stunden habe die ganze Aktion gedauert. „Zwischen 30 und 40 Schüsse waren es“, so Polizeisprecher Jörg Reinemer.
Jäger Michael Jabs hat gegen dieses Vorgehen am Montag Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. „Die notwendige Tötung will ich nicht bestreiten, mir geht es um die Art und Weise“, sagt Jabs gegenüber jagderleben. Sein Ärger richtet sich gegen den/die Schützen und alle Entscheidungsträger, einschließlich Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne). Jabs sieht deutliche Verstöße gegen eine tierschutzgerechte Tötung. „Von Gefahr in Verzug kann hier nicht die Rede sein, denn das Tier war eingesperrt. Es wäre genug Zeit gewesen einen anderen Jäger zu verständigen“, erklärte Jabs. Dem stimmt auch Dieter Mackenrodt, Vorsitzender des Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung, zu: „Ein Anruf und wir wären dagewesen.“
Anders sieht das die Polizei: „Das Schwein hätte wieder in den Verkehr gelangen können“, rechtfertige Reinemer das Eingreifen der Kollegen. Von Seiten der Stadt heißt es, man könne aufgrund des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgeben.
MH


Aktualisierung am 2. Oktober 2015

Wie jetzt bekannt wurde, feuerten die Polizisten zwischen 20 und 25 Schuss auf das Tier ab. Mehr dazu finden Sie hier.