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Fangschuss durch den Fuß

Der verunfallte Jäger wurde in die Dresdener Uniklinik geflogen. Foto: Karl-Heinz Laube/pixelio.de © Karl-Heinz Laube/pixelio.de

Früh morgens am 1. Mai wurde ein Wildmeister und erfahrener Hundeführer, nennen wir ihn "L.", zu einer Nachsuche gerufen. Ein Mitjäger hatte einen etwa 100 Kilogramm schweren Keiler beschossen. Die Riemenarbeit mit dem Bayerischen Gebirgsschweißhund führte in relativ hohen Sommerroggen, in dem der Jäger den kranken Keiler bestätigte. Bevor es jedoch gelang, einen Fangschuss anzutragen, brach der Schwarzkittel weg. L. beobachtete, wie sich die Sau im gleichen Feld wieder einschob. Er entschied sich, den Schlag mit einigen Schützen zu umstellen.
Mit geschnalltem Hund und entsicherter Waffe im Anschlag ging das Gespann in Richtung des vermeintlichen Wundbetts. Als die vermutete Stelle noch rund 25 Meter entfernt war, nahm der Keiler den Jäger an. Zum Selbstschutz schoss L. im Fallen auf das Stück. Das Geschoss traf jedoch zuerst den rechten Fuß, dann die fliehende Sau. Nachdem sich L. den Gummistiefel und den Socken mit dem Messer entfernte, wurde das Ausmaß sichtbar. Die herbei geeilten Mitjäger verständigten sofort den Notarzt. Dieser entschied sich, L. in die Dresdener Uniklinik fliegen zu lassen, wo ihm zwei Zehen amputiert werden mussten. Doch die Ärzte machen ihm Mut. L. soll seinen Beruf wieder ausüben können, wie er gegenüber der Redaktion berichtete. Der Keiler konnte später verendet geborgen werden.
BS