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Fangschüsse bleiben ungeahndet

Nach stundenlagem Stress wurde das Wildschwein erschossen. Foto: S. Hanak © S. Hanak

Das Wildschwein hatte damals die Gießener Innenstadt unsicher gemacht (wir berichteten hier). Ein Veterinär konnte das Tier nicht betäuben, der Stadtförster wollte nicht eingreifen. Da Gefahr in Verzug bestand, entschloss sich die Polizei zum Handeln. Es bedurfte rund 25 Schüsse, bis der Schwarzkittel tot war. Für Jäger Michael Jabs war dieses Vorgehen tierschutzwidrig. Er zeigte den Vorfall an.
Nun hat jedoch die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) als oberste Ordnungshüterin eingestellt. Es sei kein strafrechtlich relevantes Verhalten der Beteiligten zu erkennen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschat, Thomas Hauburger, gegenüber dem „Gießener Anzeiger“. Es hätte Gefahr für die Allgemeinheit bestanden und überdies hätte ein Gutachten gezeigt, dass die eingesetzte Munition, anders als bemängelt, sehr wohl für eine tierschutzgerechte Tötung geeignet gewesen sei. Jabs gibt sich mit der Einstellung des Verfahrens nicht zufrieden. Als Anzeigenerstatter komme er sich nicht ernstgenommen vor. Insbesondere ärgert ihn "die handwerklich stümperhafte Tiertötung". Die Erklärungen der Staatsanwaltschaft seien ungenügend. Jabs wörtlich: "Ich lasse mir nicht die Augen zuschmieren." Sein Anwalt bemühe sich gerade um Akteneinsicht.
BS