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„Fallwild bleibt tagelang liegen“

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Sonntag, 12.07.2015 - 02:10
In einem Container "lagern" die Mitarbeiter des Landesbetriebs die Fallwild-Kadaver. Foto: UWG-Plön privat © UWG-Plön privat

Geruchsbelästigung, hygienisch bedenkliche Entsorgung und länger am Straßenrand liegende Tierkadaver. Das sind die Konsequenzen der im Kreis Plön erhobenen Jagdsteuer. Mit der Erhebung im April 2012 kündigten die Jäger ihre Vereinbarung über die kostenfreie Fallwildentsorgung auf. Damit ging die Entsorgungs-Pflicht auf den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig Holstein über. Ein Zustand der für Lokalpolitiker und Anwohner teils unangenehme Folgen hat.
Die toten Tiere werden in einem Container gesammelt. Dadurch komme es zu erheblicher Geruchsentwicklung, sagte Dr. Claus Thies, Stellvertretender Vorsitzender der UWG-Kreis Plön. Zudem höre er immer wieder, dass die Kadaver mehrere Tage liegen bleiben. Deshalb ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) aktiv geworden. Sie will, dass den Jägern ein Teil der Jagdsteuereinnahmen (25.000 Euro) zurückgezahlt wird. Im Gegenzug sollen die Waidmänner wieder die Entsorgung übernehmen.
Am Donnerstag wurde der Antrag in der Kreistagsitzung beraten. Ergebnis: Laut Beschlussvorschlag sollen 17.000 Euro an die Jägerschaft zurückfließen. Entrichtet werden jährlich jedoch rund 100.000 Euro. Nun werde man das Anliegen im Umweltausschuss vortragen, so Thies.
Für die Kreisjägerschaft (KJS) Plön ist das keine Alternative. Die Revierinhaber haben einstimmig entschieden, dass man sich mit einer Teilzahlung nicht zufrieden gebe. Nur wenn die Steuer wieder abgeschafft werde, übernehmen die Mitglieder die Entsorgung, erklärte der Vorsitzende der KJS Hans-Werner Blöcker gegenüber der Redaktion.
Während der Kreis Plön noch berät und prüft, erhalten die Kreisjägerschaften Oldenburg und Eutin schon jetzt 50 Prozent vom Jagdsteueraufkommen zurück. Damit entstehen dem Kreis Ostholstein keinerlei Aufwendungen für die Fallwildentsorgung, so Anja Sierks-Pfaff, Pressesprecherin des Kreises.
MH