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Faktencheck – Wildtiere unter Druck, aber nicht durch Jagd

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Samstag, 06.03.2021 - 15:30
Jaeger-im-Schilf-Flinte © ©Anton - stock.adobe.com
Der EU-Artenschutzbericht schreibt der Jagd – trotz einiger Mängel – geringe Belastung von Wildpopulationen zu.

Der Europäische Verband für Jagd und Wildtiererhaltung (FACE) hat den aktuellen EU-Naturzustandsbericht in einem Faktencheck ausgewertet und kommt zu erfreulichen Ergebnissen. Demnach macht die Jagd weniger als 1 % aller gemeldeten hohen Belastungen für Wildtierpopulationen aus. Weit problematischer bewerten die Forscher der Mitgliedsstaaten die Auswirkungen von Landwirtschaft, urbaner Entwicklung oder selbst invasiver Arten.

Kritik: Irreführende Aufbereitung

Kritisch beurteilt der Verband Aufbereitung und Darstellung des Berichts. So werden teilweise illegale Tötungen von Wildtieren und legale Jagd in einer Kategorie zusammengefasst. Zu den 12 Arten (außer Vögeln) im Bericht, für die „Jagd“ als besonders hohe Belastung eingestuft wird, gehören wenig nachvollziehbarer Weise auch der Atlantische Lachs oder der Große Bärenkrebs.

Der vollständige FACE-Faktencheck

Mängel in der Meldepraxis

Bei den betroffenen Vogelarten werden am häufigsten Arten mit sicherem Populationsstatus und stabilen Trends gemeldet, bspw. Graugans und Kormoran. Diese hätten allerdings gar nicht in den Bericht aufgenommen werden sollen, da die Leitlinien der Europäischen Kommission vorsehen, keine Arten zu melden, die zunehmende oder stabile Trends aufweisen und in der Populationsentwicklung gesichert sind. Dies verzerrt das Studienergebnis zusätzlich – hätten sich die Mitgliedsstaaten genauer an die Vorgaben gehalten, wäre der relative Anteil der Jagd an den Belastungen noch einmal geringer.

Der Faktencheck des Verbands für Jagd und Wiltiererhaltung erfolgte anhand der von der EU veröffentlichten Originaldaten.


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