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Weitere Fälle des West-Nil-Virus in Deutschland

Das West-Nil-Virus wird von infizierten Vögeln über Mücken auf Tiere und Menschen übertragen (Symbolbild).


Das West-Nil-Virus ist nun auch in einem Tierpark bei München (Bayern) nachgewiesen worden. Ein Bartkauz war im Wildpark Poing an der Viruserkrankung gestorben. Außerdem hat man in Sachsen einen Habicht tot aufgefunden. Das Virus, das Wildtiere, Pferde und den Menschen befallen kann, verbreitet sich über Mückenstiche.

Die Übertragungskette ist allerdings lang und hängt laut Friedrich-Loeffler-Institut von verschiedenen Faktoren ab: Wirtstiere sind vor allem Vögel, die das Virus aus dem Süden mitbringen. Für eine Übertragung, muss eine Mücke zuerst den Vogel und dann den nächsten Wirt stechen. Die Mücke trägt das Virus dabei nur für begrente Zeit in sich. Eine direkte Übertragung durch Kontakt mit infizierten Tieren ist nicht möglich.

Beim Menschen, oder auch Pferden verbreitet sich das Virus im Körper nicht so effektiv, dass sich davon wieder Mücken infizieren könnten. Eine Quarantäne ist daher nicht nötig. Ohnehin verlaufen die Krankheitsfällen in gut 80% völlig ohne Symptome. Jedoch kann es in weniger als einem Prozent der Fälle zu tödlichen Krankheitsverläufen kommen.

Warmer Sommer begünstigt Übertragung

Die ersten Fälle bei Wildtieren in Deutschland kamen für das Friedrich-Loeffler-Institut nicht unerwartet. Denn die Meldungen aus Südeuropa, wo schon zahlreiche Menschen daran starben, nahmen in letzter Zeit zu. Der lange und warme Sommer hätte die Verbreitung des Virus begünstigt. Sobald kühlere Temperaturen einsetzen, seien, nach Angaben des Instituts, neue Fälle nicht mehr wahrscheinlich.

In Deutschland besteht seit 2015 eine Meldepflicht für Erkrankungsfälle. Bislang wurde das Virus in diesem Jahr viermal nachgewiesen – beim Menschen gab es noch keinen einzigen Verdachtsfall. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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