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Europäische Nerze ausgewildert

Am Steinhuder Meer (Kreis Hannover) sollen in den kommenden fünf Jahren rund 100 Europäische Wildnerze ausgewildert werden. Zuständig dafür sind die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM)in Rehburg-Loccum (Kreis Nienburg) und der Verein EuroNerz aus Hilter (Kreis Osnabrück).
Der Europäische Wildnerz gilt in Europa als eine der am stärksten vom Aussterben bedrohte Säugetierart (Rote Liste IUCN). Im Juni wurde der etwa ein Jahr alte "Erwin" erst ins Eingewöhnungsgehege und nach etwa einer Woche in die Freiheit entlassen. Die bereits vorher ausgewilderte "Annabelle" hatte sogar während der Gewöhnungsphase im Auslauf Junge bekommen.
Die Nerze stammen vom Verein EuroNerz, der in Kooperation mit verschiedenen Zoos und Wildparks eine Erhaltungszucht betreibt. Gefördert wird das Auswilderungsprojekt mit 28.000 Euro vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz. Die Region Hannover gibt 8.000 Euro dazu. Im Jahre 1925 wurden in Niedersachsen die letzten in Mitteleuropa lebenden Nerze im Allertal zwischen Wolfsburg und Gifhorn gesehen. Ein Jungtier konnte damals gefangen werden.
Die Uni Osnabrück, die sich seit über zehn Jahren mit den Europäischen Nerzen beschäftigt, nennt Lebensraumzerstörung und Krebspest (ab 1895) als Hauptgründe für das Aussterben des Marders. Er wurde früher auch als "Krebsotter" bezeichnet da er sich vorwiegend von Krebsen ernährte.
Neben der Auswilderung am Steinhuder Meer gab es schon Versuche der Uni Osnabrück im Hasetal (Kreis Cloppenburg/Emsland) und Westniedersachen sowie im Saarland. Hier ist der Verein EuroNerz ebenfalls beteiligt. BD

Bild: Nerz bei der Auswilderung. Foto: Dr. Andreas Schüring