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Erstmals gesichtet

Fuchs oder Wolf? Fachleute haben das Rätsel aufgeklärt. Foto: F. Rausch © F. Rausch

Fuchs oder Wolf? Fachleute haben das Rätsel aufgeklärt. Foto: F. Rausch


Er ähnelt in Größe und Körperbau dem heimischen Fuchs. Die Balgzeichnung entspricht jedoch eher dem eines Wolfs: Es geht um den Goldschakal. Wie das hessische Umweltministerium mitteilt, gelang die Beobachtung einem Waidmann zwischen Bobenhausen und Unter-Seibertenrod. "Etwa vier Minuten hatte ich das Tier vor" sagte Florian Rausch im Gespräch mit jagderleben. Der Jäger war gerade auf Rehwild-Pirsch als er den Schakal erblickte und durch sein Spektiv ablichten konnte. "Ein Jungwolf", mutmaßte Rausch zunächst. Um seiner Vermutung Klarheit zu verschaffen, wurde das Bildmaterial an die Experten des Instituts für Wolfsforschung- und Monitoring LUPUS weitergeleitet. Das Ergebnis: Eindeutig ein Goldschakal. „Es ist davon auszugehen, dass das Tier aus Süddeutschland nach Hessen gekommen ist und es sich um ein einzelnes, umherstreifendes handelt“, so das Ministerium.
Ursprünglich in Süd-Ost-Europa beheimatet, werden Einzeltiere seit Ende der 80er Jahre auch im Nord-Westen bestätigt – in Österreich erstmals 1987. In Kärnten wurde vor wenigen Tagen ebenfalls ein Vertreter dieser Art fotografiert (siehe Link unten: "Erster Fotonachweis"). Weitere dokumentierte Fälle gibt es auch in Brandenburg und dem Bayerischen Wald. Während man in Deutschland noch von Einzelbeobachtungen spricht, ist der Goldschakal in Italien, Tschechien, Ungarn und Kroatien keine Seltenheit mehr, denn dort werden inzwischen vermehrte Vorkommen festgestellt.
PM