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Erster Enok auf Sylt

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Mittwoch, 26.08.2015 - 02:10
Beweis: Das ist die überfahrere Marderhund-Fähe von Kampen. Foto: G. Böhm © G. Böhm

Vor wenigen Tagen wurde eine junge Enok-Fähe in der Gemeinde Kampen überfahren. Der Kadaver liefert den endgültigen Beweis für einen schon länger gehegten Verdacht: Marderhunde sind auf der Insel angekommen. Doch wie kommen die Tiere dort hin? Der Wasserweg scheint ausgeschlossen. Übrig bleibt also nur die einzige Verbindung zum Festland – der Hindenburgdamm. Rund elf Kilometer ist das nur mit der Bahn befahrbare zweispurige Gleisbauwerk lang.
Derartige Erschließungs- und Versorgungsadern für Insulaner und Touristen werden oft zu Einfallstoren für unerwünschte Tierarten. Besonders Bodenbrüter haben darunter zu leiden. Dann wird die Prädatorenbejagung unumgänglich: „Wir werden die Fallenjagd verschärfen und wenn nötig, auch weitere Fangutensilien anschaffen“, kündigte Wolfgang Daps an. Er ist Jagdpächter des Reviers, in dem das „Beweisstück“ überfahren wurde. So sei es schon gelungen den Dachsbestand auf ein verträgliches Maß zu bringen. Die Fuchsstrecke liege hingegen noch immer zwischen 80 bis 120 Stück jährlich.
Auch auf den anderen Inseln und Halligen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer setzen die Verantwortlichen bereits auf eine scharfe Fuchsbejagung um gefährdete Bodenbrüter zu schützen (siehe Link unten: "Raubwild im Visier").
Marderhunde sind in Schleswig-Holstein ganz allgemein auf dem Vormarsch. Die Streckenstatistik des Deutschen Jagdverbandes belegt seit der Jahrtausendwende einen stetigen Anstieg. Im letzten Jagdjahr knackte sie die Rekordmarke von 2.017 Stück. Im nördlichsten Bundesland sind Marderhunde daher (vorbehaltlich der Bestimmungen des § 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz) ganzjährig bejagbar. Rein rechtlich ist damit der Weg frei.
MH