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Die Ersten sind schon weg

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Samstag, 13.08.2011 - 02:08
Die Kiebitze gehören zu den ersten, die Richtung Süden fliegen. Foto: Rolf Kröger<p> © Rolf Kröger
Die Kiebitze gehören zu den ersten, die Richtung Süden fliegen. Foto: Rolf Kröger<p>

Der Zug ist von der Tageslänge abhängig, nicht vom Wetter, berichtet der Ornithologe Klaus-Dieter Feige. Allerdings gibt es auch Nachzügler. Mauersegler verbringen nur kurze Zeit in ihrem Brutgebiet. Noch früher fliegen z. B. junge Kiebitze gen Süden. Die nächsten, die sich noch im August auf den Weg machen, sind die typischen Sommervögel wie Rohrsänger, Schwirle, Grasmücken und Laubsänger. Sie ernähren sich von Insekten, die jetzt weniger werden. Im September brechen dann auch die Störche auf, bereits Anfang September die Mehlschwalben. Rauchschwalben bleiben oft bis Oktober. Bis November verlassen die Kraniche die Brutgebiete. Der Klimawandel sei am Verhalten der Vögel deutlich zu spüren, sagte Feige. Amseln z. B. kämen zum Teil auf vier Bruten im Jahr. Sie profitierten zudem von der Nähe zum Menschen und dem Überfluss in den Siedlungen. "Vor 100 Jahren waren Amseln in Ortschaften noch nicht bekannt." Andere Vögel wie Kraniche überwinterten häufiger im Brutgebiet. Zudem kämen mehr Vögel aus Südeuropa, z. B. Silberreiher, Seidenreiher und Wiedehopfe. "Fernzieher, die auf bestimmte Insekten angewiesen sind, geraten hingegen durch den Klimawandel oft in Not", erklärte Feige. Die Insekten hätten wegen der Klimaerwärmung einen anderen Rhythmus angenommen und seien als Nahrung nicht mehr vorhanden, wenn die Zugvögel einträfen. dpa