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Erschossener Jäger: Verfahren gegen Polizisten eingestellt

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Dienstag, 11.02.2020 - 17:50
Polizei-Absperrung © Alex T. - stock.adobe.com
Zwei Beamten hatten auf den Jäger geschossen.

Im April 2019 wurde ein Jäger auf dem Friedhof in Bochum (Nordrhein-Westfalen) erschossen (wir berichteten). Der 77-jährige Mann, welcher eine Jagderlaubnis für den befriedeten Bezirk besaß, hatte sich am Gründonnerstag gegen 18 Uhr auf dem Friedhof aufgehalten. Einem anderen, in der Nähe wohnenden, Jäger war der Mann aufgefallen. Er alarmierte daraufhin die Polizei und gab an, dass sich jemand mit einem „geladenen Gewehr“ auf dem Friedhof aufhalten würde.

Wie die Staatsanwaltschaft Bochum und das Polizeipräsidium Essen, welches aus Neutralitätsgründen die Ermittlungen übernommen hatte, in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten, hätten die beiden uniformierten Beamten, den Mann zweimal aufgefordert, seine Waffe hinzulegen. Der Jäger habe sein Gewehr trotzdem gehoben. Daraufhin schossen die Polizisten auf ihn. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen verstarb der Mann zwei Tage später.

Verschiedene Thesen zum Vorfall

Nach dem Vorfall wurden Vermutungen laut, wonach der Jäger bei der tödlichen Schussabgabe gekniet oder seine Waffe bereits weggeworfen haben soll. Dies verneinten die Ermittlungsbehörden jedoch. Aufgrund des „nahezu waagerechten Schusskanals“ in der Kleidung des getöteten Mannes sowie des Einschlags des Projektils in einem entfernten Baum in einer Höhe von 158 cm, sei die These des knienden Jägers auszuschließen.

Auch hätten die Angaben der beiden Beamten, sowie die Tatsache, dass die beiden voneinander entfernt stehenden Polizisten gleichzeitig von einer konkreten Bedrohungslage ausgingen und gleichzeitig schossen, dazu geführt, dass die Vermutung des knienden Jägers ausgeschlossen werden konnte. Das Verhalten der Polizeibeamten wurde daher als gerechtfertigt eingestuft und das Verfahren eingestellt.