+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.457 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 22.10.2021) +++
Home News Erntejagd: Prozessbeginn nach Schuss auf sechsjähriges Kind

Erntejagd: Prozessbeginn nach Schuss auf sechsjähriges Kind

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Donnerstag, 16.09.2021 - 12:30
Maisernte-Traktor © benjaminnolte - stock.adobe.com
Bei einer Erntejagd wurde vor drei Jahren ein Kind schwer verletzt – nun hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Schützen begonnen.

Vor gut drei Jahren endete eine Erntejagd bei Großsaara (Lkr. Greitz/Thüringen) in einen tragischen Jagdunfall mit einem schwerverletzten Kind. Nun steht der mutmaßliche Schütze in Gera (Thüringen) wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung vor Gericht.

Am 15. Juli 2018 hatten insgesamt sieben Jäger ein Maisfeld abgestellt. Der damals 31-jährige Angeklagte hatte an der Jagd als Jungjäger teilgenommen und einen Stand auf einem Pickup bezogen.

Von mehreren auf der Jagd abgegebenen Schüssen durchschlug ein Geschoss Hüfte und Arm eines sechsjährigen Mädchens, das in einer nahegelegenen Gartenanlage im Freien spielte. Die Polizei stellte daraufhin alle am Jagdtag verwendeten Waffen sicher und konnte auch das Geschoss finden, das ein Gutachter der Waffe des Angeklagten zuordnete.

Getroffenes Mädchen bis heute schwer eingeschränkt

Der Vater des Mädchens schilderte nach Berichten des "MDR" als erster vernommener Zeuge den heutigen Gesundheitszustand seiner Tochter. Demnach sei das Kind auch drei Jahre nach dem Unfall noch schwer beeinträchtigt (Pflegestufe 3) und auf Hilfe angewiesen.

Der mutmaßliche Schütze äußerte sich bislang nicht zum Unfallgeschehen. Der verantwortliche Jagdpächter weist eine Mitschuld von sich, alle Jäger seien vorschriftsmäßig belehrt worden. Die Verteidigung hat für den 28. September eine Ortsbegehung beantragt: Das Mädchen sei eindeutig von einem Schuss verletzt worden, „die Frage ist nur, wessen Schuss das war“, so der Anwalt des Angeklagten.

Für das Verfahren sind insgesamt drei Prozesstage angesetzt, ein Urteil wird für den 5. Oktober erwartet.


Kommentieren Sie