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Wenn es ernst wird

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Sonntag, 21.09.2014 - 02:10
Krisenstab: Kreisjägermeister Hilmer Kruse (2.v.l.) zusammen mit Amtstierärzten und Kreislandwirt. Foto: Kreis Verden © Kreis Verden

Doch Entwarnung: Es handelt sich hierbei glücklicherweise um ein Übungsszenario an dem auch die niedersächsischen Landkreise Cuxhaven, Osterholz, Rotenburg und Stade teilgenommen haben.
„Das ist leider nicht allzu weit von der Wirklichkeit entfernt“, erklärte Kreisjägermeister Hilmer Kruse mit Blick auf Ausbruchsfälle in Litauen, Lettland, Estland und Polen (wir berichteten). Er war neben Kreisveterinären und –Landwirten auch bei der zweitägigen Worst-Case-Probe als Fachberater dabei. „Sollte es zu so einem Fall kommen, wird eine sofortige Bejagungsruhe auf alles Wild für sechs bis acht Tage ausgerufen“, sagte Kruse. In dieser Zeit dürfe kein einziger Schuss in einer 15 Kilometer großen Pufferzone fallen, denn die Wildschweine sollen auf keinen Fall wandern und den Virus in andere Gebiete tragen. Lediglich Kadaver werden eingesammelt und untersucht, um einen ersten Überblick zu bekommen. „Wenn die Seuche einmal da ist, werden binnen 24 bis 48 Stunden viele Sauen eingehen.“
Nach rund acht Tagen rät der Jäger zu großen, revierübergreifenden Drückjagden. Aber nicht für jagende Schweinehalter. Kruse: „Die Gefahr, das Virus in die Hausbestände zu bringen, ist dann einfach zu groß.“ Er weiß wovon er redet, denn der Jäger ist auch Landwirt und unterhält einen Mastschweinebetrieb. Sein Appell an Jagdreisende mit Ziel Osteuropa: Keilerwaffen, Schwarten, sonstige Schwarzwild-Trophäen sowie die Jagdbekleidung und -ausrüstung müssen vor der Rückkehr gründlich desinfiziert werden. Ebenso dürfe kein Wildbret eingeführt werden.
Kruse zeigte sich mit der Übung zufrieden, vor allem weil man jetzt wisse, was noch alles getan werden muss, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Nur eins ist für den Jäger und Landwirt jetzt schon sicher: „Bricht die ASP bei uns aus, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen.“
BS