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Erneut Wolf in Niedersachsen legal geschossen

In Niedersachsen wurde erneut der Abschuss eines Wolfes gemeldet (Symbolbild). © AB Photography - stock.adobe.com
In Niedersachsen wurde erneut der Abschuss eines Wolfes gemeldet (Symbolbild).

Wie das Umweltministerium mitteilt, ist in der Nacht zum 7. April ein Wolf innerhalb des Territoriums des Rodewalder Rudels (Niedersachsen) getötet worden. Der Abschuss sei durch die Ausnahmegenehmigung gedeckt. Bei dem getöteten Tier soll es sich nach erster Inaugenscheinnahme um ein ein- bis zweijähriges, weibliches Tier handeln.

Der Kadaver sei vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geborgen worden. Zudem habe eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Wolfes mittels Genprobe in Auftrag gegeben. "Das Ergebnis über dessen Herkunft wird aller Voraussicht nach Ende der kommenden Woche feststehen", so das Ministerium.

Ausnahmegenehmigung wurde erstmals 2019 erteilt

Die Genehmigung sei auf fest definierte Teile des Kernterritoriums des Rodewalder Rudels in Gemeinden des Landkreises Nienburg/Weser sowie des Heidekreises beschränkt gewesen. Der Vollzug wurde durch die jetzt erfolgte Entnahme ausgesetzt. Ursprünglich galt die Ausnahmegenehmigung bis um 15. April 2021.

Seit dem Frühjahr 2018 kam es im Territorium des Rodewalder Rudels immer wieder zu Übergriffen auf Nutztiere. Im Januar 2019 hatte man erstmalig eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Leitrüden GW717m erteilt. "Aufgrund ausbleibender weiterer Herdenschutzüberwindungen und einer damit günstigeren Schadensprognose wurde die Genehmigung nach dem 31. März 2020 zunächst nicht verlängert", so das Umweltministerium. Entgegen der Prognosen kam es in Folge dessen weiterhin zu Übergriffen. Neben Rindern fielen auch Pferde den Wölfen zum Opfer. Daher entschied man sich im Juli 2020 dazu, erneut eine Ausnahmegenehmigung zur Tötung eines Wolfes des Rudels zu erlassen.

Letzte Nutztierrisse wurden im März nachgewiesen

Laut Ministerium seien seit 2017 bis zum Zeitpunkt der Genehmigungserteilung im Territorium des Rodewalder Rudels insgesamt 82 Schafe, 2 Ziegen, 1 Alpaka, 3 Ponys, 2 Pferde, 17 Kälber und 5 Rinder zu Schaden gekommen. Die letzten Nutztierschäden seien im März 2021 aus dem Heidekreis gemeldet worden. 

Die Tötung des Wolfes aus dem Rodewalder Rudel ist von der geltenden Rechtslage nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§45a) vollumfänglich gedeckt, erklärt das Ministerium. Um die mit dem "konkreten Vollzug befassten Personen vor Übergriffen zu schützen, wird deren Identität nicht bekannt gegeben."


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