Home News Erleger oder Pächter: Wem steht die Pürzelprämie zu?

Erleger oder Pächter: Wem steht die Pürzelprämie zu?

Ob der Erleger die Pürzelprämie in Mecklenburg-Vorpommern ausbezahlt bekommt, hängt vom Ermessen des Jagdpächters ab (Symbolbild). © Erich Marek

In Mecklenburg-Vorpommern erhalten Jagdausübungsberechtigte für in ihrem Revier erlegte Wildschweine eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25€. Oft sind es jedoch Jagdgäste oder Begehscheininhaber, von denen die Schwarzkittel erlegt werden. Wie viel kommt von der sogenannten „Pürzelprämie“ bei diesen revierlosen Jägern an?

Waidmann Siegfried Schmidt meint: "Nicht viel." Viele der Pächter behalten die Pürzelprämie ein, so Schmidt gegenüber der Redaktion. Dabei liege die Arbeit doch zu einem Großteil bei den Erlegern. Er sei sich bewusst, dass es verwaltungstechnisch nicht möglich sei, die Prämie direkt an den Erleger auszuzahlen, weil nicht jeder Jäger selbst zum Forstamt gehen könne. Die Pächter sollten deshalb nach Ansicht von Siegfried Schmidt die Prämie an die Erleger weiterleiten.

Ermessen des Pächters

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sagt dazu: „Wir müssen zwischen Jagdbezirksinhaber und revierlosen Jäger unterscheiden. Der revierloser Jäger wird durch den Jagdbezirksinhaber (den Jagdausübungsberechtigten) als Jagdgast an der Jagdausübung beteiligt. Nur der Jagdausübungsberechtigte ist berechtigt und verpflichtet, den Wildursprungsschein auszustellen und zu unterzeichnen. Er hat des Jagdausübungsrecht, das er von der Jagdgenossenschaft gepachtet hat, für den Schwarzwildabschuss in seinem Revier inne.

Hierfür hält er auch die jagdliche Infrastruktur auf eigene Kosten vor, was über die Wildbretvermarktung gegenfinanziert wird. Hinzu kommt, dass im Falle der ASP der Jagdausübungsberechtigte verpflichtet ist, den Anweisungen der Veterinär- und der Jagdbehörde Folge zu leisten. Ein revierloser Jäger kann insoweit nicht angehalten werden. Aus den genannten Gründen ist der für einen Jagdbezirk zuständige Jagdausübungsberechtigte der Empfänger der sogenannten „Pürzelprämie“. Es liegt jedoch in seinem Ermessen, ob er das Geld an seine Jagdgäste weitergibt.“

Jagdverband gibt Prämie weiter

Ein Sprecher des Landesjagdverbands Mecklenburg-Vorpommern erklärte auf Nachfrage, in den meisten Fällen, werde die Prämie wohl weitergegeben. Auch der Jagdverband selber handbhabe es so, dass der Erleger die Prämie bekomme.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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