+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.213 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 21.1.2022) +++
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Erkenntnisse zur ASP-Ausbreitung: Wildschweine besendert

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Samstag, 25.12.2021 - 16:06
Wildschwein-Rotte © Budimir Jevtic - stock.adobe.com
Wie sieht die Bewegungsökologie beim Schwarzwild aus? Das wollen Forscher im Nationalpark Bayerischer Wald rausfinden…

Im Nationalpark Bayerischer Wald sollen besenderte Wildschweine Daten liefern, um die Bewegungsökologie der Tiere besser verstehen zu können. Dazu wurden bereits zehn Schwarzkittel mit GPS-Sendern ausgestattet, 30 weitere sollen folgen, teilt der Nationalpark mit. In den Mittelgebirgsregionen gebe es bislang kaum Erkenntnisse über die Bewegungsökologie von Schwarzwild, so Projektkoordinator Dr. Christian Fiderer. Daher sollen nun in den kommenden Jahren detaillierte Daten über Streifgebietsgrößen, zurückgelegte Tagesstrecken und saisonale Migrationen von Wildschweinen gesammelt werden.

Daten wichtig für Berechnung der Sperrgebiete

Die Daten werden vor allem für die Berechnung von Sperrzonen im Falle eines ASP-Ausbruchs benötigt. „Um das Virus bei einem Ausbruch eindämmen zu können, müssen wir wissen, wie groß die Aktionsräume der Wildschweine sind“, erläutert Fiderer. Denn werden Streifgebietsgrößen bei der Berechnung der Sperrzonen unterschätzt oder lokale Migration übersehen, können infizierte Schwarzkittel entkommen und die Seuche zu weiterverbreiten.

Die bislang zehn besenderten Tiere haben schon erste Ergebnisse geliefert. Die Forscher konnten anhand der GPS-Daten sehen, dass die Wildschweine teilweise weite Strecken, ein Tier wanderte sogar 18 Kilometer an einem Tag, zurücklegen.

Auch Einfluss der Jagd wird untersucht

Auch befassen sich die Forscher damit, welchen Einfluss die Jagd auf das Bewegungsverhalten der Wildschweine hat. „Da das Wildschwein außerhalb der Nationalparks einer intensiven Bejagung unterliegt, stellen die großen, jagdfreien Gebiete der beiden angrenzenden Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava ein europaweit einmaliges Beobachtungsgebiet als Vergleich für diese Untersuchung dar. So soll anhand der Bewegungsdaten unter anderem analysiert werden, wie die Tiere auf die Bejagung im Umfeld reagieren“, so der Nationalpark. Jäger werden daher gebeten, Schwarzkittel, welche das gelbe Senderhalsband tragen, nicht zu erlegen.


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