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Ergänzende Reisetipps

Von verschiedenen deutschen Flughäfen aus erreicht man Helsinki (z.B. München - Helsinki ca. 2,5 - 3 Stunden), um danach in einem Inlandsflug (ca. 1 Stunde) seinem Jagdgebiet noch näher zu kommen. Den Waffenkoffer und den Reisekoffer mit der Munition kann man beim Check-in in Deutschland bis zum Zielflughafen „durchchecken“ lassen. Am Zielflughafen nehmen Sie beide wieder in Empfang. Sie melden dem dortigen Zoll Waffe und Munition, was in Finnland aber kein Bürokratie-Akt ist (bitte stets Reisepass oder Personalausweis, dt. Jagdschein, dt. WBK, EFP und Einladung/Voucher des Jagdreisevermittlers oder -veranstalters bei sich führen).

Bekleidung und Schuhwerk sind die selben wie in Deutschland zur Herbstjagd. Da es in Finnland schon im Oktober zu überraschenden Wintereinbrüchen kommen kann, empfehlen sich auch warme Unterwäsche, Winterstiefel etc. Bei der Waldhuhnjagd ist das Tragen von Handschuhen und einer breitkrämpigen Mütze (bzw. Hut) sowie situationsweise eines Gesichtsschleiers dringend zu empfehlen. Das kann womöglich erfolgsentscheidend sein!

Bei der Raufußhühnerjagd nutzen die Finnen zumeist Bockflinten - für Hasehühner mit 3-mm-Schrotvorlage, für Birk- und Auerwild 3,5 bis 4 mm. Bei der Vogeljagd mit der Kugel sind in Finnland ausschließlich Vollmantelgeschosse zugelassen! Wer eine kombinierte Waffe mit Schrot- und .22 Hornet-Lauf führt, kann fallweise mal etwas weiter hinauslangen. Dabei sollte man sich vergegenwärtigen, dass das Trefferziel klein ist und dass das Gefieder einen größeren Wildkörper vortäuscht.

Der Verfasser buchte beim Jagdveranstalter Sakari Muuttola (www.erakorpinen.fi), Reisjärvi. Pirsch und Anstand am Waldrand, Warten im Schirm, gegebenenfalls mit Lockattrappen, das Heranlocken von Haselhähen durch Spissen (Lockpfeife) und die Verwendung eines Finnspitz als „Baumverbeller“ sind typische Jagdarten. Man startet morgens vor Dämmerlicht und kehrt gegen Abend wieder ins bequeme Quartier zurück. Mittags gibt es den unerlässlichen Kaffee und Bratwürstchen am offenen Feuer, gegebenenfalls in einer Kotta (Rundhütte). Die finnischen Jagdführer sprechen oft ein gutes englisch, einige auch etwas deutsch.

Der Jagdveranstalter wird die erbeuteten Hühner - bitte einige Stunden auskühlen lassen - bis zur Abreise der Gäste in seine Gefriertruhe packen. Informieren Sie sich vor der Reise in Deutschland, welche Feldpräparation Ihr Präparator wünscht (z.B. Watte in den Brocker? Ausweiden mit kleinem Schnitt?). Rechtlich ist es derzeit kein Problem, die so gefrorenen Waldhühner (Kühltasche mitbringen!) nach Deutschland einzuführen.

Als Reisezeit empfiehlt sich die dritte oder vierte Oktoberwoche, wenn die Schusszeit zumeist endet. Dann haben die Waldhühner ihre Mauser hinter sich, was für eine Präparation wichtig ist. Je nach Bestands-/Besatzhöhe der Waldhühner wird deren Jagdzeit/Freigabe jährlich neu festgesetzt. Drei ganze Jagdtage sollten genügen; vorher oder im Anschluss könnte man diese mit einigen Elch-Drückjagdtagen kombinieren. Darüber gibt das EU-geförderte Naturtourismusprojekt Saalis (www.saalis.fi) ebenso Auskunft wie diverse Jagdreisevermittler - siehe „Branchenbuch“ auf jagderleben.de oder Annoncen in den dlv-jagdzeitschriften.
SYS