Home News Erfahrene Räuber bejagen

Erfahrene Räuber bejagen

„Schlaue“ Marder kennen ihr Revier und kontrollieren Nistkästen.<br>Durch dieses Wissen hatte der finnische Jäger Erfolg. Foto: Jere Malinen © Jere Malinen

Je besser das Wissen der Marder über potentielle Neststandorte, desto erfolgreicher sind sie auf der Jagd nach Schellenten und deren Gelege, so die Schlussfolgerung einer noch unveröffentlichten Forschungsarbeit von Prof. Hannu Pöysä (Finnish Game and Fisheries Institute).
Nahe der Stadt Hämeenlinna wurden innerhalb von 15 Wintern knapp 300 "Goldkehlchen" mit Fallen in "Fake-Bruthöhlen" gefangen. Das Referenzgebiet nahe Padasjoki blieb unbejagt. In dem bejagten Areal fielen knapp ein Drittel der Schellenten-Gelege den Mardern zum Opfer. In Padasjoki war es mehr als das Doppelte.
Interessanterweise blieb die Marderdichte jedoch trotz der intensiven Jagd im Hämeenlinna Areal in beiden Gebieten fast gleich. Aber: Die Altersstruktur im bejagten Gebiet änderte sich – mehr Jungmarder und "Zuwanderer" gingen in die Fallen. "Es dauert ungefähr ein Jahr, bis ein Marder sein Territorium im Detail kennt. Je schlechter die Ortskenntnis, desto schwieriger ist es, Nester zu plündern, schlussfolgert Prof. Pöysä. Daher ist eine effiziente Bejagung von kleineren Beutegreifern im Sinne des Artenschutz durchaus sinnvoll, auch wenn deren tatsächliche Zahl nicht wirklich reduziert wird. Hauptsache die Räuber bleiben unerfahren (sprich jung oder neu im Gebiet).
Jere Malinen/MW