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Endlich laut pirschen

am
Freitag, 01.04.2011 - 10:34
Zwecks Stereoklang ist auch ein Lautsprecher schützenseitig auf der Schaftbacke angebracht. Ein Schaftmagazindeckel verdeckt den Ein-Aus-Schalter und das USB-Kabel für den Computeranschluss zum Download der Geräuschkulissen.<p> © SYS, OK
Zwecks Stereoklang ist auch ein Lautsprecher schützenseitig auf der Schaftbacke angebracht. Ein Schaftmagazindeckel verdeckt den Ein-Aus-Schalter und das USB-Kabel für den Computeranschluss zum Download der Geräuschkulissen.<p>

Dank „birdsong-stalking-system” kein Problem!

Die ausgeprägten Sinne unseres Wildes haben schon manchen Jäger schier zum Verzweifeln gebracht – wie oft sprang ein kapitaler Rehbock ab, weil der Jäger in letzter Sekunde beim In-Anschlag-Gehen eine verräterische Bewegung machte, der Wind küselte oder weil er doch noch einen dürren Zweig streifte, der dann zerknackte.

Statt dunkles Förstergrün trägt der mit dem Zeit- und Erfindergeist gehende Jagdscheininhaber heute Jagdanzüge mit Echtblatt-Musterrn, möglicherweise sogar in dreidimensionaler Optik. Ebenfalls aus den USA ist die Idee geruchssblockierender Membranen mit Aktivkohlenstoffkügelchen zu uns herübergekommen. Das Wild soll den Menschen so weitaus weniger erblicken noch wittern können.
Just wird auch die dritte Wahrnehmungslücke geschlossen: durch aktive Akustik-Tarnung soll das Hörsinn des Wildes konterkariert werden. „Aktiv”, weil es nicht um geräuschlose Jagdbekleidung geht – die ist eh Voraussetzung. Es wird vielmehr ergänzend für jahreszeitliche, biotopbezogene Hintergrundgeräusche gesorgt.
Die im englischen Nottingham ansässige Firma „ears peace.ltd” hat nun für militärische und polizeiliche Sondereinheiten eine aktive Akustiktarnung entwickelt, im selben Atemzug aber auch eine Variante für Jäger: das „birdsong-stalking-system”. Denn der geschäftsführende Gesellschafter, Ihrer Majestät Fallschirmjäger-Oberst a.D. Mortimer Mc Laughman, ist auch passionierter Großwildjäger.
Über ein im Hinterschaft der Waffe eingebautes miniaturisiertes Tonträgersystem samt Lautsprecher werden Vogel- und Froschstimmen sowie Waldesrauschen zu Gehör gebracht. Tests im Sherwood-Forrest haben ergeben, dass ungeübte Jungjäger (in 3D-Blatt- und Geruchstarnung) mithilfe des „birdsong-stalking-systems” durch trockenes Eichenlaub in lichtem Hochwald bis auf 30 Meter wiederholt an Muntjakrudel herankamen!

Ab 1. April 2011 ist das „birdsong stalking-system” als Einbauset für Holz-Hinterschäfte lieferbar: bestehend aus MP3-Player und spritzwasserresistenter Lautsprechereinheit – für 375 Pfund Sterling nebst Versandkosten. Hinzu kommen zirka zwei Arbeitsstunden für den Schäfter eigener Wahl. Verschiedene Blattmuster-Kunststoffschäfte samt eingebautem „birdsong stalking-system” für marktgängige Repetierbüchsen sind in Vorbereitung. Während die Geräuschkonserven fürs Militär strikter Geheimhaltung unterliegen, erläuterte die Pressesprecherin der „ears peace.ltd”, Alice Diane Wonderworld, die im Jagdsektor zunächst verfügbaren Geräuschkulissen: für Europa „Frühling in der Feldflur/ im Wald”, dto. „Hochsommer” und “Herbst”, aber auch „Alpiner Oktober” und “herbstliches Sumpfland” sowie „Indian Summer in the Rocky Mountains” und „Through the rainwoods of Gabun“. „birdsong stalking-system”-Besitzer können sie kostenlos im Internet herunterladen. Die 2. Generation der Geräuschkulissen soll sogar eine Hochfrequenzton-Moskitoabwehr beinhalten. Interessierte Jäger, aber auch Händler, die den noch vakanten deutschen Generalvertrieb übernehmen möchten, informieren sich HIER detailliert.

Hartmut Syskowski