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Elterntierschutz vor dem Ende?

Bei Ausbruch der Seuche soll der Abschuss führender Bachen in Risikogebieten erlaubt werden (Symbolbild).


Um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorbereitet zu sein, hat die niedersächsische Landesregierung am heutigen Dienstag (12. Juni) einen Änderungsentwurf zum Niedersächsischen Jagdgesetz (NJagdG) zur Verbandsbeteiligung freigegeben.

Damit folgt die niedersächsiche Landesregierung dem Auftrag aus dem Koalitionsvertrag 2017, die Gefahr eines Ausbruchs der ASP einzudämmen. Niedersachsen ist das Bundesland mit den meisten Mastschweine in Deutschland. Deshalb hat das Thema eine besondere Brisanz für die niedersächsische Landesregierung. Geplant ist, die Erlegung von Schwarzwild deutlich zu erleichtern. Im Falle eines Seuchenausbruchs soll es daher zulässig sein, in betroffenen Gebieten alle Wildschweine zu erlegen, um die Ausbreitung zu ver­hindern. Auch eine Schussabgabe vom Kraftfahrzeug aus soll in Verbindung mit der Jagd auf Schwarzwild während der Erntejagd erlaubt werden. Auf Nachfrage der Redaktion konnte das „vom Fahrzeug“ nicht näher definiert werden.  Des Weiteren werden Re­gelungen für ein allgemeines Fütterungsverbot sowie der Ausschluss des Wildschadenser­satzes bei Jagdverboten vorgeschlagen. Revierinhaber, die sich nicht an revierübergreifenden Drückjagden beteiligen, haben künftig unter bestimmten Bedingungen überjagende Hunde zu dulden.
Im Falle des Ausbruchs der ASP soll auch die Erlegung führender Bachen in der „Risikozone“ möglich sein.

Auch Schalldämpfer sollen erlaubt werden

Niedersachsen ist eines der wenigen Länder, das in seinem Jagdgesetz die Verwendung von Schalldämpfern bei der Jagdausübung verbietet. Dieses Verbot soll mit der Gesetzes­änderung aufgehoben werden. Jeder Jäger muss allerdings die Erfordernis zum Erwerb von Schalldämpfern vor seiner Waffenbehörde nachweisen.

Zudem sieht die Landesregierung auch eine Intensivierung der Nutriabejagung vor. Hohe Schäden an Deichen und Dämmen gefährden den Hochwasserschutz, weshalb der Elterntierschutz beim Nutria aufgehoben werden soll. Da die Erlegung eines Elterntieres mit abhängigen Jungen bislang ein Straftatbestand ist, soll dies als Ausnahmeregelung in das Gesetz aufgenommen werden. PM/ HR


Redaktion Niedersächischer Jäger Seit über 60 Jahren ist der Niedersächsische Jäger das Jagdmagazin zwischen Ems und Elbe.
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