Home News Eisbär: Warum die Trophäenjagd ihn nicht gefährdet

Eisbär: Warum die Trophäenjagd ihn nicht gefährdet

Eisbaer-Trophae © georgeburba - stock.adobe.com

Inuits jagen Eisbären wegen ihres Fleisches und ihrer Felle, welche sie für Kleidung nutzen.


Laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN gibt es zwischen 20.000 - 25.000 Eisbären weltweit – Tendenz sinkend. Als größte Bedrohung sieht die IUCN den Rückgang seines Lebensraums aufgrund der Erderwärmung. Und dennoch schüren internationale sowie deutsche Medien aktuell ein anderes Feuer: Der Eisbär sei durch Trophäenjäger bedroht.

Der Deutsche Jagdverband und der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) widersprechen in einer gemeinsamen Erklärung entschieden diesem Vorwurf. Laut IUCN werden jährlich zwischen 400 und 500 Eisbären erlegt. Die Abschusszahlen werden dabei anhand wissenschaftlicher sowie traditionellen Erkenntnissen neu bewertet. Der Großteil der Eisbären wird von den einheimischen Inuits geschossen.

Nur wenige Gast-Lizenzen

Die Inuit bejagen die weißen Bären vor allem wegen ihres Fleischs, aber auch die Decke wird für Bekleidung genutzt. Das Fleisch gilt als besondere Delikatesse, mit welcher aus Respekt zuerst die Stammesältesten bedacht werden. Nur wenige Lizenzen (zwischen 2008 und 2011 waren es jährlich 35 Stück) werden für Summen zwischen 20.000 und 50.000 US-Dollar an Gastjäger verkauft. Die anfallenden Lizenzgebühren gehen zurück an die lokalen Outfitter, Jagdführer und Helfer. Doch auch das daraus gewonnene Fleisch verbleibt ausnahmslos in den Dörfern.

Die bezahlenden Gäste sind laut IUCN in ständiger Begleitung von Inuit-Führern und die Jagd wird traditionellerweise mit dem Hundeschlitten durchgeführt.

WWF steht hinter traditioneller Jagd

Rund 80% der benötigten Proteinversorgung generieren die Inuit aus Jagd, Fisch- und Walfang. Eine vollständige Versorgung mit Lebensmittel aus dem (Groß-)handel ist in diesen Teilen der Welt nicht möglich. Zudem wird der Eisbär auch bejagt, um die Bevölkerung zu schützen. Bären lernen schnell, dass Müll eine einfache Nahrungsquelle darstellt. Außerdem brechen sie in Nahrungsdepots ein. So kann es zu Konflikten zwischen Bär, Mensch sowie Schlittenhund kommen, die tödlich ausgehen können.

Die Artenschutzbeauftragte und Eisbärexpertin des World Wildlife Fund (WWF), Dr. Sybille Klenzendorf, betont in einem Blogbeitrag: „Für mich ist es selbstverständlich, dass wir vom WWF die traditionellen Jagdrechte indigener und lokaler Völker respektieren. Diese Jagd muss ökologisch nachhaltig durchgeführt werden. Das langfristige Überleben der Art darf nicht gefährdet sein. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Jagd der Inuit keine Bedrohung für das Überleben der Bären darstellt. Das wird regelmäßig überprüft.“ 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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