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Einheitliches Wolfsmanagement soll Rechtssicherheit bringen

„Bitush“ wacht über seine Schützlinge. © FS
„Bitush“ wacht über seine Schützlinge. © FS

„Bitush“ wacht über seine Schützlinge.

Um in Deutschland Rechtssicherheit bei der Entnahme von Wölfen zu schaffen will der Bund eine Vollzugs-Verordnung zum Bundesnaturschutzgesetz vorlegen, wie das "Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt" in seiner Online-Ausgabe berichtet. Darauf habe sich Bundeslandwirtschaftsministerministerin Julia Klöckner bei einem Treffen mit ihren Länderkollegen Thomas Schmidt (Sachsen) und Till Backhaus (Mecklenburg-Vorpommern) verständigt. 

Vorgesehene Einzelmaßnahmen

An Einzelmaßnahmen des Planes wurde bisher Folgendes bekannt:

  • Es sollen künftig Individuen geschützter Arten entnommen werden dürfen, wenn diese mehrfach Schäden verursachen: "Wölfe die einmal Weidezäune überwunden haben, sollen entnommen werden können", so die Bundesministerin Julia Klöckner konkret. 
  • Der Erhaltungszustand des Wolfes soll regelmäßig überprüft werden, wozu auch die Ergebnisse des Monitorings im Nachbarland Polen herangezogen werden. Die dynamische Entwicklung der Wolfspopulation mache es nach Landwirtschaftsminister Schmidt (Sachsen) zudem dringend notwendig, dass jährlich entschieden werde, ob der strenge Schutz für den Erhalt der Gesamtpopulation noch "erforderlich und gerechtfertigt" sei. 
  • Die Einführung eines gemeinsamen Wolfsmonitorings in Deutschland und Polen soll geprüft werden.
  • Die wissenschaftliche Grundlage zur Definition des „günstigen Erhaltungszustandes“ kommt auf den Prüfstand.
  • Kostenerstattungen für Präventionsmaßnahmen für Weidetierhalter standen bei beiden Landesministern ganz oben auf der Agenda. Das Bundesministerium prüft ob Mittel aus der GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur & Küstenschutz) zusätzlich zur Verfügung gestellt werden können. 

Notwendig dafür sei eine Änderung der Ausnahmeregelung im Bundesnaturschutzgesetz für besonders geschützte Arten. Diese sei die Voraussetzung dafür, um einen bundesweit einheitlichen Umgang mit „Problemwölfen“ zu erreichen. JMB


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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