Home News Auf eigene Gefahr im Wald unterwegs

Auf eigene Gefahr im Wald unterwegs

Im Wald ist mit typischen Gefahren wie etwa dem Abbrechen von Ästen zu rechnen. Foto: Jens Krüger © Jens Krüger

Eine Spaziergängerin war auf einem Forstwirtschaftsweg durch einen herabstürzenden Starkast am Kopf verletzt worden. Sie forderte daraufhin Schadensersatz vom Waldbesitzer und einem angestellten Diplom-Forstwirt. Das Landgericht Saarbrücken hatte die Klage abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin erklärte das Oberlandesgericht Saarbrücken den Schmerzensgeldanspruch dem Grunde nach für gerechtfertigt und gab dem Feststellungsantrag statt. Auch ein privater Waldbesitzer, der wisse, dass sein Wald von Erholungssuchenden frequentiert werde, sei zumindest eingeschränkt verkehrssicherungspflichtig, so die Begründung. Er sei gehalten, in gelegentlichen Begehungen die am Rande der Erholungswege stehenden Bäume zu kontrollieren und einzuschreiten, wenn sich ihm konkrete Anhaltspunkte für eine besondere, unmittelbare Gefährdung böten. Auf die Revisionen der Beklagten hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Klage abgewiesen. Nach dessen Auffassung besteht keine Haftung der Beklagten. Nach den im Einklang mit § 14 BWaldG erlassenen landesrechtlichen Vorschriften (hier: § 25 des Waldgesetzes für das Saarland) sei das Betreten des Waldes zu Erholungszwecken jedermann gestattet. Die Benutzung des Waldes geschehe jedoch auf eigene Gefahr. Dem Waldbesitzer, der das Betreten des Waldes dulden muss, sollten dadurch jedoch keine besonderen Sorgfalts- und Verkehrssicherungspflichten erwachsen. Er hafte deshalb auch nicht für waldtypische Gefahren, wie der eines Astabbruches, sondern nur für solche Gefahren, die im Wald atypisch sind. Dazu zählten insbesondere die Gefahren, die nicht durch die Natur bedingt sind (BGH, Az. VI_ZR_311/11 v. 2.10.2012). aid/NJ