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Egoisten, Schmarotzer und Wichtigtuer

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Donnerstag, 27.10.2016 - 15:20
Wie geht es weiter, mit dem Gamswild im Alpenraum? Foto: tjv.at/gamssymposium2016 © tjv.at/gamssymposium2016

Veranstalter des Treffens sind der Tiroler Jägerverband, der Bayerische Jagdverband (BJV), der Südtiroler Jagdverband sowie FACE. Der Titel lautet "Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten". Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Vorsitzender des BJV-Ausschusses "Hochwild", holte im ersten Beitrag des Tages zum Rundumschlag aus: "Für die falsche Bejagung des Gamswildes gibt es zwei Faktoren: Jäger und Förster. Die Jäger wollen nicht verzichten, handeln egoistisch und schmarotzerisch und sonnen sich in der durch ein forstliches Jagdgesetz gedeckten Abschusserlaubnis. Die Förster haben sich eine Teflonschicht gegen jegliche wildbiologische Forschung zugelegt und die universitäre Ausbildung ist in den 1980er Jahren stehen geblieben. Ein Forststudium und ein paar Biologiestunden machen einen noch lange nicht zum Wildtierexperten."
Aber schon im Vorfeld der Tagung bekam die Forstriege ihr Fett weg. Wildbiologin Dr. Christine Miller monierte, dass die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) wissenschaftliche Projekte auf Landesflächen verhindern würden. In einem Schreiben soll der Universität für Bodenkultur Wien mitgeteilt worden sein, dass Forschungsarbeiten auf Staatsflächen nur von den BaySF oder vom Landesamt für Wald- und Forstwirtschaft durchgeführt werden sollen. Studentin Rosa Mayrhofer wollte im Forstbetrieb Schliersee die Gamsbestände ermitteln und musste sich daraufhin neue Probeflächen suchen.
Klar wurde auch, dass die Handhabung der Schonzeitaufhebungen durch den Forst kritisch hinterfragt werden müsse, so der Landesjagdberater von Bayern, Gerhard Zwirglmaier.
MW/BS