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Dutzende tote Rehe durch illegale Grünschnittentsorgung

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Freitag, 11.02.2022 - 11:35
Kirschlorbeer-Grünschnitt © ©Tobias - stock.adobe.com
Wer den Grünschnitt in der Natur entsorgt hat, steht noch nicht fest.

Die Funde von verendeten Rehen beschäftigen seit mehreren Tagen die Verwaltung des Landkreises Harburg, Niedersachsen. Mittlerweile beläuft sich ihre Zahl auf mindestens 24. Das berichtete der Landkreis am vergangenen Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Nach ersten Erkenntnissen grassiere keine Tierseuche im Bereich der gemeldeten Funde. Der Leiter der Abteilung Ordnung und Verbraucherschutz, Thorsten Völker, hat eine andere mögliche Erklärung: „Wir gehen stark davon aus, dass sich die Tiere an Kirschlorbeer vergiftet haben.“ In letzter Zeit wurden über zehn Stellen im Bereich der Winsener Marsch gefunden, an denen illegal Grünschnitt abgeladen worden war. Darunter befand sich zu einem Großteil giftiger Kirschlorbeer.

Untersuchung geplant

Die meisten Rehe wurden von Jägern gefunden, erklärte die Pressestelle des Landkreises Harburg gegenüber der Redaktion. Da zwischen den einzelnen Fällen zunächst kein Bezug hergestellt werden konnte, erfolgte bisher keine Untersuchung der Tiere. Mit dem nächsten aufgefundenen verendeten Tier soll dies nachgeholt werden. Eine Überprüfung der Todesursache würde dann beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit stattfinden.

Auch wenn lediglich eine Vermutung bezüglich der Todesursache unter den gehäuften Todesfällen bei den Rehen besteht, appelliert der Landkreis an die Bevölkerung. „Kirschlorbeer ist giftig und stellt eine Gefahr für Wildtiere dar“, erklärt Thorsten Völker. Auch wenn noch keine Untersuchungsergebnisse verlägen, sei es wichtig, dass die Grundstücksbesitzer ihren Grünschnitt niemals in der Natur entsorgen. Dafür stünden verschiedene Annahmestellen, die Biotonne oder die Grünabfallsammlung zur Verfügung. Völker betont: „Grünschnitt gehört nicht in den Wald!“ PHK


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