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Wie "durchgeknallt"sind Jäger?

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Sonntag, 03.07.2016 - 02:10
Der "Südwestrundfunk" erntet gerade aus Jägerkreisen viel Kritik – positiv wie negativ. Foto: Screenshot SWR © Screenshot

Eines kann man der Sendung mit dem Titel "Durchgeknallt – Was bei der Jagd schief läuft" auf jeden Fall attestieren: Sie war polarisierend. Im Sozialen Netz begrüßt ein relativ großer Teil die Berichterstattung und befürwortet, dass "endlich mal schwarze Schafe" angeprangert werden. Dabei beziehen sie sich auf Jagdgatter, die den einzigen Zweck hätten, Wildbestände künstlich hochzuhalten, um große Strecken zahlungskräftigen Jagdscheininhabern zu verkaufen. Andere wiederum sehen in dem Beitrag eine ungerechte Verallgemeinerung. Nichtjäger bekämen aufgrund von Formulierungen wie "alle Jäger" oder "die meisten Jäger" schnell den falschen Eindruck, dass ein Großteil der Grünen Zunft so handeln würde wie die im Film erwähnten schwarzen Schafe und somit zu "schießgeilen Lodenjockeln" denunziert werde. Dabei müssten es der Macher des Films und einige seiner Protagonisten doch eigentlich besser wissen: Stehen sie doch bei einer großen Jagdzeitschrift des Landes unter Vertrag. Was sagt also der Deutsche Jagdverband (DJV) dazu?
Die getroffenen Aussagen über "fehlendes Schießtraining" widerlegt der Verband sogleich mit einer aktuellen Umfrage, die besagt, dass 90 Prozent der Jägerschaft regelmäßig üben. Das Anlegen auf gemästete, halbzahme Tiere hingegen habe mit Jagd rein garnichts zu tun, so DJV-Präsident Hartwig Fischer. Ebenfalls sei die Bezeichnung "Hobbyjäger" ein ungerechtfertigte Abwertung, da die Grünröcke im Schnitt 40 Stunden pro Monat im Revier ehrenamtlichen Dienst verrichten, zum Beispiel beim Arten- und Seuchenschutz. Fischer: "Der SWR hat einige Beispiele gebracht, von denen wir uns klar distanzieren. Sie stellen jedoch Einzelfälle dar."
RJE/PM

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