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Es droht der "letzte Tanz"

Foto: Jürgen Weber © Jürgen Weber

Foto: Jürgen Weber


Ihr Balzgesang besteht nur aus zwei Strophen: Erst wird gekullert, dann geblasen, was ein bisschen wie Gurgeln und Zischen klingt. Die Spielhähne sind auch kreative Tänzer. Beim Kullern trippeln sie mit elegant gefächerten Stoß und abgespreizten Schwingen über den Balzplatz. Um den Hennen zu imponieren, präsentieren sie dann zischend ihren hohen Flattersprung.
"Leider ist der eindrucksvolle Balztanz der Spielhähne zu einem seltenen Erlebnis geworden", bedauert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. "Durch das Trockenlegen von Flachmooren und Feuchtwiesen und den Rückgang der Heidegebiete verliert das Birkwild seinen Lebensraum." In Niedersachsen gibt es nur noch rund 200 Stück!
Wie dramatisch die Veränderung sogar innerhalb einer einzelnen Population bereits fortgeschritten ist, belegen die aktuellen Ergebnisse von Studien, die Privatdozent Dr. Gernot Segelbacher von der Universität Freiburg durchgeführt hat. Er untersuchte die letzten Birkwildvorkommen in der Lüneburger Heide auf seine genetischen Eigenschaften hin. Die gewonnenen Ergebnisse wurden anschließend mit den Werten von historischen Präparaten aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen verglichen. Neben Museumsmaterial hat Dr. Segelbacher auch Federn von ausgestopften Vögeln analysiert, die Jäger und Sammler ihm zur Verfügung gestellt haben. Sein Fazit: "Die genetische Vielfalt des heutigen Birkwildvorkommens hat sich mit der Abnahme der Besätze deutlich reduziert."
Vor diesem Hintergrund scheint das dauerhafte Überleben der Art in Norddeutschland mehr als fraglich; es droht der "letzte Tanz" der schwarzen Ritter." PM/NJ