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Dreiste Armbrust-Wilderei

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Mittwoch, 08.07.2015 - 02:00
Abgefahren: So stellt sich die JE-Grafikerin den "Armbrust-Wilderer" auf seinem Fahrrad vor. Foto: AIS © AIS
Abgefahren: So stellt sich die JE-Grafikerin den "Armbrust-Wilderer" auf seinem Fahrrad vor. Foto: AIS

Ein Waldbesucher begegnete in der Nähe des Naherholungsgebiets Bärensee am helllichten Tag einem Mountainbiker, der Tarnkleidung trug und eine große Armbrust mit sich führte. Auf seinem Rad transportierte der etwa 1,80 bis 1,90 Meter große, schlanke Mann zwei erlegte Rehe – offenbar Ricke und Kitz. Als der Wilderer den Waldbesucher bemerkte, habe er sofort die Flucht ergriffen, teilte das Fachkommissariat der Hanauer Polizei erst Anfang Juli mit. Der Vorfall ereignete sich jedoch schon am Freitag, 19. Juni, gegen 12.40 Uhr.
Der Unbekannte könnte möglicherweise zu einer mehrköpfigen Gruppe gehören, die im Umfeld des Naherholungsgebiets Bärensee haust und sich durch Wilderei mit Fleisch versorgt. „Dies munkelt man zumindest in der Bevölkerung“, sagte ein Polizeibeamter der Redaktion auf Anfrage.
Für diese Vermutung spricht auch ein tätlicher Angriff auf denselben Waldbesucher, kurz nachdem dieser den Wilderer offenbar in flagranti ertappt hatte. Denn etwa 50 Minuten nach der Begegnung mit dem Armbrustschützen verletzte ihn ein zweiter Mann, der ebenfalls Tarnkleidung trug, unvermittelt bei einer Wegschranke durch einen Schlag ins Gesicht. Ein auffälliges Merkmal des 35 bis 40 Jahre alten, etwa 1,80 Meter großen Angreifers bildet seine Stirnglatze. Laut Polizei handelt es sich bei dem verletzten Waldbesucher um einen Förster oder Jäger.

Sogenannte „Tactical-Armbrüste“, die über Zielfernrohr und Visier verfügen, sind mit „Jagdpfeilen“ an Personen ab 18 Jahren frei verkäuflich und durchaus geeignet, um damit Schalenwild – und sogar Menschen – zu töten.
Die Kripo ermittelt wegen Jagdwilderei und Körperverletzung und bittet Zeugen, sich unter der Rufnummer 06081-100123 zu melden.
ROE