Home News Dreist: Wilderer legt nach Entdeckung erneut eine Schlinge aus.

Dreist: Wilderer legt nach Entdeckung erneut eine Schlinge aus.

Die Rehgeis war verendet mit dem Träger in einer Drahtschlinge gefunden worden.


In Wardenburg (Landkreis Oldenburg, Niedersachsen) fand ein Spaziergänger am 25. Juni ein Reh, das in einer Drahtschlinge verendet war. Dies bestätigte Polizeikommissar Andreas Wieting aus dem Fachbereich Umwelt der Polizei gegenüber der Redaktion. Der Finder habe die Ordnungshüter und den Jagdpächter informiert, der die tote Geiß geborgen habe. Vier Tage später sei dem selben Spaziergänger erneut eine Schlinge an der selben Stelle aufgefallen. Diese sei so in einer Lücke eines Wildschutzzauns um ein Erdbeerfeld eingelegt gewesen, dass ein Tier, welches hindurch wolle, in der Schlinge steckenbleiben müsse, so Wieting weiter. Es hätte genau so gut einen Hund oder ein Kind treffen können, erklärt der Polizeikommissar.

Als er vor Ort eintraf, war die Schlinge bereits entfernt worden. Er habe sie allerdings gefunden. Es werde nun in alle Richtungen wegen Jagdwilderei und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Wieting gehe nicht davon aus, dass der Täter ein Jäger sei. Sachdienliche Hinweise nimmt der Polizeihauptkommisar unter der Telefonnummer 04431-941156 entgegen.

Zunächst von Unfall ausgegangen

Ein Sprecher des Hegerings spricht von einem Zwangswechsel durch den engen Durchgang ins Erdbeerfeld. Deshalb und weil weibliches Rehwild derzeit Schonzeit hat, sei es ein sehr übler Fall. Laut Jagdgesetz stellt Schlingenstellen einen besonders schweren Fall der Wilderei dar. Wie ein Sprecher der örtlichen Polizei gegenüber der Redaktion erklärte, war man ursprünglich von einem Unfall ausgegangen. Man hätte zunächst gedacht, das Reh habe sich zufällig in einer ungünstig angebrachten Drahtverbindung verfangen. Erst als an der Stelle zum zweiten Mal eine Schlinge aufgetaucht war, sei klar gewesen, dass es sich um Wilderei handeln müsse.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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