Home News Drei Monate fürLuchs-Schützin

Drei Monate fürLuchs-Schützin

am
Donnerstag, 05.11.2015 - 01:00
Auswilderung im Jahr 2011: Dieser Luchs ist der Vater des getöteten Kuders. Er gilt als "verschwunden". Foto: NP Kalkalpen © NP Kalkalpen

Dieser Hinweis führte Mitte April zu einem Präparator, der die Katze in seiner Kühltruhe aufbewahrte. Durch einen DNS-Abgleich fanden die Ermittler heraus, dass das Tier aus dem Nationalpark Kalkalpen stammt. Zunächst geriet ein Mann ins Visier der Beamten, kurze Zeit später gestand dann dessen Frau. Zu ihrer Verteidigung gab sie an, dass sie den Luchs mit einem Fuchs verwechselt hatte. Dies glaubte die Staatsanwaltschaft jedoch nicht, eine Jagdscheininhaberin müsse schon den Unterschied erkennen können.
Bei dem Prozess heute Vormittag verhängte der Richter jetzt eine Bewährungshaft von drei Monaten und eine Geldzahlung von 2880 Euro. Da sie eine Jagdberechtigung hatte, wurde sie wegen vorsätzlicher Schädigung des Tier- und Pflanzenbestandes sowie Tierquälerei verurteilt, nicht aber wegen Wilderei. Zusätzlich ordnete das Gericht an, binnen 14 Tagen einen Schadensbetrag in Höhe von 12.101 Euro an die Nationalpark Oberösterreichische Kalkalpen GmbH zu zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da die Angeklagte unmittelbar nach dem Verfahren Berufung einlegte, berichtet der Pressesprecher des Bezirksgerichts Steyr gegenüber jagderleben.at. Ihr Verteidiger begründet dies mit Verfahrensfehlern, einer ungeklärten Schuldfrage sowie einer zu hohen Strafe.
BS