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Drastische Änderungen geplant!

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Donnerstag, 29.11.2012 - 17:46
Rehwild an der Winter-Fütterung: Bald Vergangenheit? Foto: Wolfram Martin © Martin Wolfram
Rehwild an der Winter-Fütterung: Bald Vergangenheit? Foto: Wolfram Martin

Demnach müssen Grundstückseigentümer, die die Jagd aus „ethischen Gründen“ ablehnen und eine Befriedung ihres Grundstücks beantragen, einige Hindernisse überwinden. Zu Beginn muss der Antragssteller seine Beweggründe „glaubhaft“ machen. Jäger und Jagdscheinanwärter haben grundsätzlich kein Anrecht auf Austritt aus der Jagdgenossenschaft. Weiter soll die Befriedung unter anderem versagt werden, wenn die Erhaltung eines gesunden Wildbestandes gefährdet ist. Gleiches gilt bei Auftreten übermäßiger Wildschäden sowie zum Schutz vor Tierseuchen. Wildschadensansprüche können nicht gestellt werden. Der „Jagdverweigerer“ kann sogar gegebenenfalls zur Kasse gebeten werden, wenn der Wildschaden des Gesamtreviers zu hoch ist.Bei allen Anträgen müssen zuvor die betroffene Jagdgenossenschaft, Jagdpächter, angrenzende Eigentümer, der Jagdbeirat sowie Träger öffentlicher Belange angehört werden. Sollte die zuständige Behörde den Antrag genehmigen, wird die „jagdfreie Zone“ erst zum Ende des Pachtvertrages wirksam. Der Gesetzgeber hält sich vor, Antragsflächen jederzeit wieder bejagen zu lassen. Falls notwendig sogar auf Rechnung des Grundstückeigentümers - zum Beispiel bei zu hohen Wildschäden.
Auch mit der Jagdzeitenverordnung und mit der Wildtierfütterung beschäftigt sich die Gesetzesvorlage. Neben der Verlängerung der Rehbockjagd auf den 31. Januar, will das Ministerium auch ein grundsätzliches Fütterungsverbot durchsetzen.
Der Entwurf wurde den beteiligten Interessenverbänden zur Stellungnahme weitergeleitet. Anlass für die geplante Novellierung ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) zur Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften. Einen ausführlichen Bericht zum Thema lesen Sie in der PIRSCH 24/2012, die am 19. Dezember 2012 erscheint.
BS