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Doppelter Elchnachwuchs

Eines der beiden im Nationalpark Bayerischer Wald geborenen Elchkälber. Foto: NPV Bayerischer Wald © NPV Bayerischer Wald
Hier noch einmal zusammen mit seiner Mutter. Foto: NPV Bayerischer Wald © NPV Bayerischer Wald

Hier noch einmal zusammen mit seiner Mutter. Foto: NPV Bayerischer Wald

Der Grund: Elche sind in Gefangenschaft nur sehr schwer zu halten und noch schwerer ist es, sie dabei in so guter Verfassung zu erhalten, dass sich ein Zuchterfolg einstellt. Darauf hat die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald in einer Pressemitteilung anläßlich der Geburt zweier Elchkälber Ende Mai hingewiesen. Die Eltern der beiden Jungtiere, ein vierjähriger Elchbulle und die beiden ebenso alten Elchkühe („Gunel“ und „Lillemoor“ genannt), stammen aus Schweden und leben seit knapp zweieinhalb Jahren in einem Tierfreigelände des Nationalparks.
„Wir freuen uns riesig“ läßt sich Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl in der Aussendung zitieren. Und weiter: „Dass gleich beide Elchkühe Nachwuchs bekommen haben, ist ein Zeichen, dass wir mit unserer Elchhaltung auf einem guten Weg sind.“ Der Schlüssel zum Erfolg: Artgerechtes Futter. Für Elche bestehe dieses hauptsächlich aus Zweigen, Blättern, Nadeln, Knospen und Rinde. Im Sommer können auch Wasserpflanzen einen wesentlichen Anteil der Nahrung ausmachen, teilen die Fachleute des Nationalparks mit.

Da Elche bis zu 400 Kilo wiegen, braucht es enorme Mengen. Im Sommer je Tier bis zu 50 Kilo am Tag, im Winter immer noch mindestens zehn Kilogramm. Gelöst wird das Problem im Nationalpark indem man alles an geeignetem Schnittholz (zum Beispiel beim Wegeunterhalt) als Elchfutter sammelt. Auch benachbarte Waldbesitzer steuern geeignetes Material bei, so dass genügend Nahrung für die drei Gehege-Elche zusammen kommt.

Ob es im Nationalpark Bayerischer Wald in absehbarer Zeit auch Elchgeburten in freier Wildbahn geben wird, bleibt abzuwarten. Durchziehende Elche werden in der Region seit Jahren regelmäßig gemeldet, zuletzt vor rund einem Monat (jagderleben berichtete hier). Elche werden im Wildartenkatalog des Bundesjagdgesetzes aufgelistet, sind aber ganzjährig geschont.
Bleibt zu hoffen, dass der Nationalpark mit dem Elchnachwuchs mehr Glück hat als mit seinen Jungbären: Von ehemals dreien ist nur mehr einer am Leben.

PM/JMB