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Deutschlandweit schwere Fälle von Jagdwilderei

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Freitag, 10.01.2020 - 17:06
In der Eifel treibt ein Wilderer sein Unwesen. Angeschweißte Stücke werden scheinbar liegen gelassen. © Jochen Ley
In der Eifel treibt ein Wilderer sein Unwesen. Angeschweißte Stücke werden scheinbar liegen gelassen.

Gleich zu mehreren Wildereifällen kam es in den letzten Tagen. In Bad Münstereifel (Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen) bekam der Jagdaufseher Dirk Beniers des dortigen Reviers von einem befreundeten Jäger die Information, dass er mehrere Schüsse gehört habe. Daraufhin fuhr Beniers ins Revier und entdeckte einen schwarzen Ford Ranger mit einem Dürener Kennzeichen. Darin erkannte der Jagdauseher zwei Personen und auf der Ladefläche mehrere Stücke Rotwild. Der Ranger fuhr mit hoher Geschwindigkeit davon und Beniers nahm die Verfolgung auf. Dabei übersprang das flüchtende Auto unter anderem eine zwei Meter hohe Böschung. Als es für Beniers selbst zu gefährlich wurde, brach er die Verfolgung ab.

Mehrere gewilderte Stücke fanden die Jagdpächter in der Eifel.

Gegenüber der Redaktion äußerte sich der Pächter des Reviers, Jochen Ley. Er gab an, dass der Halter des Fords wohl bekannt und früher selbst einmal Jäger gewesen sein soll. Die Polizei hätte ihn allerdings bislang dennoch nicht gefasst. Ein Polizeisprecher sagte gegenüber der Redaktion, dass Anzeige wegen Jagdwilderei erstattet wurde und die Ermittlungen laufen.

Seit dem Vorfall gibt es laut Ley eine WhatsApp-Gruppe „Wilderei“ mit den Nachbarrevieren. Nachts würde man abwechselnd Patrouille fahren. Bereits seit September fanden die Jäger in dem Gebiet mehrfach Fallwild und konnten dieses nicht zuordnen. Außerdem wäre das Wild zeitgleich auch unruhiger geworden. Hinweise werden an die Polizei Euskirchen unter der Telefonnummer 02251-7990 erbeten.

Auch in anderen Bundesländern gab es Wildereifälle

Auch in anderen Bundesländern gab es diverse Wildereifälle. So wurde bei Öhringen (Baden-Württemberg) ein Stück Rehwild gefunden, dass mit dem Haupt in eine Drahtschlingfalle geraten war und noch vom Jagdausübungsberechtigen erlöst werden musste. Im Kreis Rottal-Inn (Bayern) wurden gleich fünf Rehe mit ungeklärten Schusswunden gefunden. Eines davon lebte noch und musste erlöst werden. In Rheinland-Pfalz wurden in einem Revier gleich drei tote Stück Wild gefunden: Dabei handelte es sich um ein Stück Schwarzwild, einen Rothirsch und einen Fuchs.