Home News Deutschlands dienstältester Jagdreferent verabschiedet

Deutschlands dienstältester Jagdreferent verabschiedet

Nachdenklich und von ausgleichendem Charakter: Heimo van Elsbergen. Foto: Peter Bußmann © Peter Bußmann

Van Elsbergen blickt auf eine beachtliche Lebensgeschichte im Dienste der Jagd zurück. Auf den Tag genau war er 23 Jahre Jagdreferent eines Bundeslandes, was kein anderer seiner Kollegen bisher erreicht hat. In dieser Zeit erlebte er Höhen und Tiefen der Jagd. Sein Abschied fällt in eine Zeit, da eine Novellierung des nordrhein-westfälischen Jagdgesetzes ansteht und die Diskussion darüber mehr durch Ideologie als durch Sachkunde geprägt wird.
Van Elsbergen war stets der Mann des Ausgleiches zwischen Forst, Naturschutz und Jagd. Bereits als Forstamtsleiter des Forstamtes Siegburg kam er 1981 eng mit den Naturschutzgebieten des Siebengebirges in Berührung, wurde 1986 Referent für Naturschutz und Planung in der Höheren Forstbehörde Rheinland in Bonn. Am 1. Juni 1989 startete er mit 42 Jahren als damals jüngster Jagdreferent im damaligen Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium. Er diente fünf Ministern: Klaus Matthiesen, Johannes Rau, Bärbel Höhn, Eckhard Uhlenberg und Johannes Remmel sowie einer großen Zahl an Staatssekretären.
Heimo van Elsbergen hat die nordrhein-westfälische Jagd ohne Zweifel mit geprägt. In den 23 Jahren als Jagdreferent – er ist selbst begeisterter Jäger und engagierter Hundemann (Bracken) – führte er Jagd und Naturschutz zusammen. "Vau E", wie man ihn im Ministerium und Forstkreisen liebevoll nannte, schrieb Jagdgeschichte wie kein anderer Referent. "Immer eine ausgleichende Persönlichkeit" charakterisiert ihn ein Mitarbeiter, "der das feine Gespür für das politisch und gesellschaftlich Machbare hat."
Die "Düsseldorfer Vereinbarung", zwischen Minister, Naturschutzverbänden und dem Landesjagdverband, die auch Jagdverzicht beinhaltete, hob er aus der Taufe, als man in anderen Bundesländern noch lange nicht so weit dachte. Für die Jagd in den Ramsar-Flächen in denen nordischer Vogelarten überwintern fand er moderate, allseits tragbare Lösungen.
Van Elsbergen gründete den Arbeitskreis "Jagd und Naturschutz", der einige Zeit ruhte, jetzt allerdings wieder hoch aktiv ist bei den Überlegungen zu einem neuen Jagdgesetz. Für das Jagd- und Naturkundemuseum Brüggen war er Gründungsvater und Ideengeber. Mit Verordnungen schrieb er – sozusagen auf dem "kleinen Dienstweg" – das nordrhein-westfälische Jagdgesetz fort, ohne dass ein neues Jagdgesetz formuliert werden musste. Sein letztes großes Thema im Amt war die Schwarzwildproblematik.
Van Elsbergens Stärke war die Fähigkeit, zwischen den unterschiedlichsten Verbänden und Standpunkten zu vermitteln, dabei stets eine sachgerechte Jagd im Auge zu halten. Künftig will er persönlich mehr auf die Jagd gehen, sich auch seinen Bracken widmen. Wir wünschen ihm viel Waidmannsheil bei fröhlichem Waidwerk. PB