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Deutlich übers Ziel geschossen

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Freitag, 28.11.2014 - 01:00
Junge Rothirsche sind einigen scheinbar ein Dorn im Auge... Foto: Ingo Rothe © Ingo Rothe
Junge Rothirsche sind einigen scheinbar ein Dorn im Auge... Foto: Ingo Rothe

Aufgefallen war die deutliche Übertretung dem Jagdbeirat. Bereits im September 2013 sei der Abschuss erfüllt gewesen. Für die Förster offenbar kein Grund, die Jagd ruhen zu lassen. Insgesamt erlegten sie 162 Geweihte, 68 zu viel. Der Forstbetrieb unter der Leitung von Meinhard Süß beantragte im Nachhinein mit Begründung des hohen Verbissschadens weitere Abschüsse. Doch dieser Bitte kam das Landratsamt nicht nach. Vielmehr hätte man sich auf den Kahlwild-Abschuss konzentrieren sollen, argumentierte die Behörde. Doch auch nach der Ablehnung wurde munter weiter erlegt.
Das Landratsamt hat nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten eingeleitet. „Die Eröffnung hängt von dem Ausmaß und der wiederholten Überschreitung der Abschusspläne ab“, erklärte Behördensprecher Stephan Scharf im Gespräch mit jagderleben. Das Prekäre daran: In den vergangenen fünf Jahren ist das bereits drei Mal vorgekommen.
Auch die Staatsanwaltschaft München II beschäftigt sich mit den Vorfällen. Wie Staatsanwalt Florian Gliwitzky bestätigte, sei eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingegangen, diese werde nun geprüft.
Gegenüber der Redaktion wollte sich der Betriebsleiter zu den Anschuldigungen aufgrund des laufenden Verfahrens nicht äußern.
BS