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Demo gegen Öko-Jäger

Vor dem Hofbräuhaus: Das öffentliche Interesse an der Demonstration war groß. Foto: BS


Die Feier der Öko-Jäger hatte um 16.00 Uhr mit einer ökumenischen Jagdmeditation im Münchener Hofbräuhaus begonnen. Bereits vor dem Eintreffen der Gäste positionierten sich rund 25 Mitglieder der „Jagdagenda 21“ mit Plakaten im Eingangsbereich. Die relativ spontan angesetzte (aber genehmigte) Demonstration wurde vor allem aufgrund einer ÖJV-Pressemitteilung initiiert. In dem Schreiben kritisiert der ÖJV das Münchener Jagd- und Fischereimuseum und deren Umgang mit ihrer Nationalsozialistischen Vergangenheit: Die Verherrlichung der unter anderem mit NSDAP-Geldern gekauften Geweihe unterstreiche den Trophäenkult, der im krassen Gegensatz zum gesetzlichen Bayerischen Grundsatz „Wald vor Wild“ stehe.
Die Verantwortlichen der „Jagdagenda 21“ fühlen sich durch Äußerungen wie diese in die braune Ecke gedrängt. „Das lassen wir uns nicht gefallen. Das bringt das Fass endgültig zum Überlaufen“, schimpft einer der Demonstranten. Immer wieder traten Gäste der ÖJV-Veranstaltung vor die Tür, um sich ein Bild von der Demonstration zu machen. Während einige nur beobachteten, Fotos machten und wieder still verschwanden, suchten andere nach kurzen heftigen Wortgefechten das Weite.
Um 18.00 Uhr war die Demo zu Ende, die Initiatoren zeigten sich zufrieden: „Die allgemeine Bevölkerung war erstaunlich interessiert, obwohl sie kaum Ahnung von jagdlichen Vorgängen hatten. Vor allem wusste sie nicht, was der ÖJV ist, beziehungsweise überhaupt macht.“ Deswegen sei die Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen.
Ironie des Schicksals, Provokation oder mangelndes Wissen? Genau dort, wo die Öko-Jäger feierten, legte Adolf Hitler mit seiner ersten Rede 1918 einen Grundstein seiner Schreckensherrschaft.
BS