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Damwild im Gatter gerissen

Damwild ist, wenn es im Gehege gehalten wird, eine leichte Beute für Wölfe. Foto: Erich Marek


In einem Damwild-Gehege bei Groß Haßlow in der Nähe von Wittstock/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) sind 14 Stück Damwild gerissen worden. Ein Wolf könne als Verursacher laut DNA-Untersuchung "nicht sicher ausgeschlossen" werden, teilte die Naturschutzbehörde des Landes auf Anfrage mit.
Der Vorfall ereignete sich bereits am 29. Juli, wurde aber erst jetzt bekannt. Die Einzäunung des Gatters ist tief untergraben worden, so dass sich auch auch ein großes Tier unter dem Zaun hindurchzwängen konnte. Die getöteten Stücke – Kälber, Schmaltiere, Tiere und Spießer – wiesen Augenzeugen zufolge die für Wolfsrisse typischen Kehlbisse auf. Wegen der anhaltenden Trockenheit zur Zeit des Vorfalls konnten Fährten kaum ausgewertet werden. Zwei der Kadaver wiesen jedoch typische Fraßspuren auf, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher hindeuten.
Die gemessenen Zahnabstände passen ebenfalls zum Wolf, könnten aber auch von einem sehr großen Hund stammen. Eine umgehend installierte Fotofalle lieferte bisher keine Beweisbilder.
Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass sich auf dem nur gut 20 Kilometer von dem Damwildgatter entfernten ehemaligen Truppenübungsplatz Kyritz-Ruppiner Heide ("Bombodrom") ein Wolf angesiedelt hat. Nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde die Einzäunung des Gatters zusätzlich mit Stromlitzen in 20 und 40 Zentimeter Höhe und Flatterbändern gesichert. Daran beteiligten sich auch Zivildienstleistende und Ehrenamtliche aus Naturschutz und der örtlichen Jägerschaft. Zur Schadenhöhe liegen noch keine genauen Angaben vor, da das Gutachten dazu noch in Arbeit ist. Der Geschädigte soll vom Land Brandenburg eine Ausgleichszahlung erhalten.
Die fragwürdige "Informationspolitik" der zuständigen Behörden ließ derweil Verschwörungstheoretiker zur Hochform auflaufen. So wurde gemunkelt, ein bekannter Naturschutzverband habe dem Gatterbetreiber hohe Entschädigungssummen bezahlt, damit der Vorfall vertuscht werde. Sowohl der Gatterbetreuer, Dr. Karl Gärtner, als auch die beteiligten Behörden wiesen diese Mutmaßung entschieden zurück. SE