Home News Coronavirus: Jagdgegner wollen Pandemie für Verbote missbrauchen

Coronavirus: Jagdgegner wollen Pandemie für Verbote missbrauchen

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Mittwoch, 22.04.2020 - 12:16
Jagdgegener nutzen die Pandemie für ihre Belange. © river34 - stock.adobe.com
Jagdgegner wollen die Corona-Pandemie für ihre Belange ausnutzen.

Wie der Deutsche Jagdverband (DJV) berichtet, versucht die Tierrechtsszene die aktuelle Corona-Pandemie für ihre eigenen Belange zu missbrauchen. So wurde ein generelles Handelsverbot für Wildtiere gefordert, da sonst eine Gefahr für die menschliche Gesundheit drohe. Das würde auch Wildbret aus nachhaltiger und regulierter Jagd betreffen.

Mit ihrem Änderungsantrag "zu einer "koordinierten Aktion der EU zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und ihrer Folgen" scheiterten die Vereinten Europäischen Linken/ Nordischen Grünen (GUE/NGL) jedoch im Europäischen Parlament. Wie der DJV weiter berichtet, hätten zwei Drittel der Abgeordneten mit "Nein" gestimmt.

Pauschale Verbote dienen weder Menschen noch Wildtieren

Auch die Universität Oxford äußerte sich zu den Forderungen: "Pauschale Verbote dienen weder Menschen noch Wildtieren. Sie sind nicht realisierbar, da sie die Komplexität des weltweiten Wildtier- und Wildfleischhandels missachten." Tierrechtler würden bewusst nicht zwischen legalem Handel mit Wilderzeugnissen und Wilderei differenzieren. 

Auch der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband warnen vor einer Panikmache und weisen daraufhin, dass solche Verbote den weltweiten Wildtierschutz gefährden würden. Die nachhaltige und regulierte Jagd würden in vielen Ländern eine bedeutende Rolle spielen.

Unkontrollierter Buschfleischhandel ist eine Gefahr

Jagdbare Wildarten stellen in der Regel kein Infektionsrisiko für Menschen dar. "Die Hauptüberträger zoonotischer Krankheiten sind Primaten, Nager und Fledermäuse. Sie werden für den illegalen, unkontrollierten Buschfleischhandel gewildert", so Professor Jacobus du P. Bothma, ehemaliger Direktor des "Centre for Wildlife Management" an der Universität von Pretoria, Südafrika, gegenüber dem DJV. 


Kommentare