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Coronavirus: Diese Tierarten können sich anstecken

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Kathrin Führes
am
Freitag, 03.04.2020 - 15:34
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Der Kontakt zu Hunden muss durch gesunde Personen nach Ansicht des FLI nicht eingeschränkt werden.

Ob und welche Tiere für eine SARS-CoV-2 Infektion empfänglich sind, beschäftigt derzeit viele Haus- und Nutztierbesitzer. Wie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) nun meldet, zeigt eine Infektionsstudien an Flughunden, Frettchen, Schweinen und Hühnern erste Ergebnisse. Demnach können sich Schweine und Hühner nicht mit dem Coronavirus infizieren, Flughunde und Frettchen seien jedoch empfänglich für eine SARS-CoV-2 Infektion.

Da Frettchen sich auch bei anderen Atemwegsinfektionen – beispielsweise bei Grippe-Viren – als Modell für den Menschen eignen, war man auch in Bezug auf SARS-CoV-2 guter Hoffnung. Derzeit werde laut FLI weltweit dringend nach einem Tiermodell gesucht, welches die Infektion des Menschen widerspiegelt. Die Versuche würden nun zeigen, dass „sich Frettchen effizient mit SARS-CoV-2 infizieren lassen, das Virus gut vermehren und es auf Artgenossen übertragen.“ Damit könnte ein wichtiges Infektionsmodell zur Erprobung von Impfstoffen und Medikamenten zur Verfügung stehen.

Coronavirus bei Hunden und Katzen

Auch in Bezug auf Infektions- und Übertragungsmöglichkeit durch Hunde und Katzen herrscht bei vielen Tierhaltern Unsicherheit. Wie das FLI mitteilt, würde es bisher keinen „wissenschaftlich belegbaren Hinweis auf eine epidemiologisch relevante Infektion von Hunden durch infizierte Personen“ geben. Bei zwei Hunden in Hongkong war genetisches Material des Erregers nachgewiesen worden. Die Vierbeiner zeigten keine Krankheitssymptome. Erste tierexperimentelle Studien aus China würden aber zeigen, dass Hunde „nur geringgradig infizierbar“ seien.

Katze in Belgien positiv getestet

In Belgien wurde eine Katze positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Das Tier hatte sich mutmaßlich bei einer infizierten Person im Haushalt angesteckt und zeigte selbst Atemnot, Durchfall und Erbrechen. Es wurden jedoch keine weiteren Krankheitsursachen abgeklärt, so das FLI. Auch die belgischen Behörden bewerten den Fall als Einzelfall. Die Symptome würden zwar auf das Coronavirus hindeuten, seinen aber nicht eindeutig belegt.

Kontakt zu Hunden muss nicht eingeschränkt werden

Es würde bisher auch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür geben, dass Hunde und Katzen bei der Verbreitung des Coronavirus eine Rolle spielen. Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren muss nach Ansicht des Friedrich-Löffler-Instituts daher nicht eingeschränkt werden.


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