+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 556 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 23.1.2021) +++
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Corona-Bewegungsbeschränkung: Auswirkung auf die Jagd

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Montag, 11.01.2021 - 16:56
Hochsitz-im-Winter © Eva Grun
Was bedeutet die Bewegungsbeschränkung für die Jagd? Wir haben in den Bundesländern nachgefragt.

Noch immer hält der Lockdown in Deutschland an. Im Zuge der bisherigen Einschränkungen hatten die jeweiligen Bundesländer entsprechende Regelungen geschaffen, um eine Jagdausübung weiter zu ermöglichen. Doch wie sieht die Situation mit der neu beschlossenen Bewegungsbeschränkung (15 km Corona-Radius) ab einem Inzidenzwert von über 200 aus? Wir haben in den jeweiligen Bundesländern nachgefragt.

Regelungen in den jeweiligen Bundesländern

Die 15-km-Regelung wird in Baden-Württemberg aktuell nicht umgesetzt. (Stand 7. Januar)

"Jagen und Arbeiten im Jagdrevier einschließlich Hochsitzbau, etc. stellen als Bewegung an der frischen Luft einen triftigen Grund zum Verlassen der Wohnung dar. Allerdings ist dies ausschließlich allein, mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

Sofern in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort (d.h. die politische Gemeinde) hinaus untersagt sind, gilt dies nur für touristische Tagesausflüge. Das Verlassen des Umkreises von 15 Kilometern um den Wohnort zur Jagdausübung ist gestattet.

Zudem sind die Regelungen zur landesweiten Ausgangssperre von 21 – 05 Uhr zu beachten. Danach ist der Aufenthalt in dieser Zeit außerhalb der Wohnung untersagt, es sei denn, es liegt einer der Ausnahmegründe des § 3 der 11. BayIfSMV vor. Die Ausübung der Jagd auf Schwarzwild zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest stellt einen Ausnahmegrund im Sinn des § 3 Nr. 7 der 11. BayIfSMV dar und begründet während der nächtlichen Ausgangssperre die Zulässigkeit des Aufenthalts außerhalb der Wohnung. Das Versorgen von verletztem Wild begründet ebenfalls während der nächtlichen Ausgangssperre den Aufenthalt außerhalb der Wohnung (§ 3 Nr. 6 der 11. BayIfSMV)." (Quelle: Wildtierportal, Stand 11. Januar)

Noch keine Antwort.

"Durch die Corona-Verordnung gibt es keine neuen oder weitergehenden Einschränkungen für Jäger." (Stand 11. Januar)

Noch keine Antwort.

"Die genaue Auslegung der Verordnung ergibt sich erst mit dem Inkrafttreten bei einem Inzidenzwert von 200. Erst wenn es realistisch absehbar in diese Richtung geht, wird es eine präzise Ausarbeitung der Bewegungseinschränkung geben und dadurch möglicherweise auch die Jagdausübung betroffen sein. Das ist aber derzeit noch nicht absehbar und daher Spekulation." (Stand 8. Januar)

Noch keine Antwort.

Noch keine Antwort.

"Die Anreise zu Einzel- und Drückjagden zur gesetzlichen Abschussplanerfüllung wie auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände gelten als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. Corona-VO und stellen nach Maßgabe des diese Norm konkretisierenden Erlasses des ML vom 21.12.2020 (siehe Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium) einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der dort geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Nds. Corona-VO).

Die Abwicklung von Wildunfällen und die Anreise zu den Schießständen gelten als berufliche Tätigkeit im Sinne des § 2 Absatz 3 Nr. 3 Nds. Corona-VO und stellen einen triftigen Grund für eine Ausnahme von der dort geregelten Einschränkung des Bewegungsradius dar (vgl. § 18 Corona-VO)." (Stand 11. Januar)

Einzeljagden sind weiterhin zulässig, auch mit Personen aus dem eigenen Hausstand oder einer weiteren Person. Maximal dürfen es vier Personen sein. Gemeinschaftsansitze sind dann erlaubt, wenn sich Jäger telefonisch oder per Messenger abstimmen, einzeln anfahren und einzeln ansitzen." (Stand 15.1, Quelle: Umweltministerium NRW)

"Abweichend vom generellen Veranstaltungsverbot sind unter Beachtung aller sonstigen Regelungen dieser neuen Coronaschutzverordnung Veranstaltungen zur Jagdausübung zulässig, wenn die zuständige untere Jagdbehörde feststellt, dass diese zur Erfüllung des Schalenwildabschusses oder zur Seuchenvorbeugung durch Reduktion der Wildschweinpopulation vor dem 31. Januar 2021 dringend erforderlich sind.

Bei den nach dieser Verordnung zulässigen dringend erforderlichen Veranstaltungen zur Jagdausübung darf bezogen auf feste und namentlich dokumentierte Gruppen von jeweils höchstens fünf Personen innerhalb der Gesamtgruppe der Teilnehmer der Mindestabstand unterschritten werden. Die einfache Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer ist sicherzustellen." (Quelle: Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen, Stand 11. Januar)

"Die gestern zwischen Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen werden diese Woche in eine Landesverordnung umgesetzt. Diese soll am Freitag verkündet werden und zum 11. Januar 2021 in Kraft treten. Erst zu diesem Zeitpunkt können daher auch Aussagen zu den Auswirkungen der Regelungen gemacht werden."  (Stand 6. Januar)

"In Bezug auf die Jagdausübung hat sich nichts geändert. Drück- und Treibjagden sowie ähnliche Jagdformen sind zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen, insbesondere zur verstärkten Bejagung hinsichtlich der Afrikanischen Schweinepest, weiterhin zugelassen.
Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit einer höheren Personenzahl sind auch dann zulässig, wenn für deren Durchführung ein dringendes und unabweisbares rechtliches oder tatsächliches Bedürfnis besteht. Ein dringendes Bedürfnis besteht dann, wenn ein weiteres Zuwarten des Ablaufes dieser Verordnung nicht ratsam scheint: ein unabweisbares Bedürfnis besteht dann, wenn schwerwiegende rechtliche oder tatsächliche Nachteile drohen. Insbesondere Gläubigerausschüsse, (Gesamt-) Betriebsratsversammlungen, zwingende Fortbildungsmaßnahmen, soweit sie nicht schon aus anderen Gründen zulässig sind oder auch Notmaßnahmen zur Abwehr von Schäden oder Gefahren von Leib und Leben oder Maßnahmen zum Seuchenschutz (z. B. Bekämpfung der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest). Dabei sind weitere veranstaltungsspezifische Hygienemaßnahmen umzusetzen."

(Stand 11.01., Quelle: Vereinigung der Jäger des Saarlandes)

"In Sachsen gilt die Einzeljagd als ein »triftiger Grund« zum Verlassen der häuslichen Unterkunft, vorausgesetzt, dass die Bedingungen der allgemeinen Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Dies gilt für den Jagdbezirk in Sachsen, in dem die Einzeljagd befugt ausübt wird. Auch die erforderlichen Aktivitäten zum Zweck der Beprobung von Fall- und Unfallwild ist zugelassen. Auch hier sind die Vorgaben zu den Kontaktbeschränkungen einzuhalten. Die Teilnahme an Gesellschaftsjagden nach § 1 Abs. 5 SächsJagdG ist ein triftiger Grund. Gesellschaftsjagden dürfen nur mit entsprechendem schriftlichen Hygienekonzept durchgeführt werden.

Zulässig sind zudem die Nachsuche im Rahmen der Jagdausübung, die Ausübung der Jagdaufsicht, die Direktvermarktung von Wildbret, die Beschickung von Salzlecken und Kirrungen, die individuelle Ausbildung von Jagdgebrauchshunden (keine Gruppenausbildung) sowie der Bau und Reparatur von Reviereinrichtungen und der Anbau von Wildäckern, Hecken und Blühflächen, soweit die Bedingungen des allgemeinen Kontaktverbotes eingehalten werden, also in Begleitung von Lebenspartner/Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung, erfolgen. Mit der Nachsuche kann erforderlichenfalls auch ein Dritter beauftragt werden, der die Nachsuche im Auftrag des Jagdausübungsberechtigten selbstständig durchführt.

Jagdausübung zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest, sowie die Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung sind gestattet."

(Stand 08.01.2020)

"Am 11.01.2021 trat die Zweite Verordnung zur Änderung der Neunten SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung Sachsen-Anhalts vom 8. Januar 2021 in Kraft.

Die Ausübung der Einzeljagd in Sachsen-Anhalt ist weiterhin zu den zulässigen Tätigkeiten gemäß § 2 Abs. 3 S. 1 der 9. SARS-CoV-2-EindV zu zählen. Im Falle einer Rechtsverordnung der Landkreise bzw. kreisfreien Städte auf der Grundlage von § 13 der aktuellen Verordnung stellt die Jagdausübung (sowohl Einzeljagd als auch Gesellschaftsjagd) einen „triftigen Grund“ im Sinne von § 13 Abs. 2 S. 2 Änderungsverordnung dar, so dass die lokalen Einschränkungen keine Anwendung finden.

(Stand 13.01)

 

"Die Jagdausübung in Schleswig-Holstein ist trotz Corona-Pandemie grundsätzlich weiterhin möglich und vorgesehen. Die Einhaltung der behördlichen Abschusspläne ist zu gewährleisten. Inländischen Jägerinnen und Jägern ist die Fahrt ins Revier uneingeschränkt möglich, ausländische Jägerinnen und Jäger dürfen aus Ländern einreisen, für die es keine Einreisebeschränkung des BMI gibt.

Erlaubt sind sämtliche Formen der Jagd und notwendige Revierarbeiten. Bei allen Tätigkeiten sind die Vorgaben zu den Kontaktbeschränkungen und gegebenenfalls die Anforderungen an die Organisation von Veranstaltungen einzuhalten."

(Stand 12.01, Quelle: Landesjagdverband Schleswig-Holstein)

"Der 15 km Radius ist in Thüringen nach der aktuellen Rechtsverordnung eine Empfehlung. Die Landkreise können diese Empfehlung verbindlich machen. Entscheidend ist dann, was in der entsprechenden Verordnung des Landkreises steht."

Gesellschaftsjagden sind nach der neuen Sonderverordnung weiterhin gestattet, auch gilt die nächtliche Ausgangssperre nicht für die Sauenbejagung.

(Stand 12.01)


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