Home News Cannabis-Patient bekommt keinen Jagdschein

Cannabis-Patient bekommt keinen Jagdschein

Ein Cannabis-Patient ist seit 2016 gegen eine Kreisverwaltung vor Gericht, da ihm der Jagdschein nicht ausgestellt wird.


Das Verwaltungsgericht Trier (Rheinland-Pfalz) erlaubt einem Cannabispatienten nicht, auf die Jagd zu gehen. Nach mehreren Verfahren und Gutachten, entschied das Gericht, dass die erforderliche Zuverlässigkeit des Mannes nicht gegeben sei. Aufgrund des regelmäßigen Konsums von bis zu vier Joints am Tag, traut das Gericht dem 53-Jährigen nicht zu, eine Waffe sicher zu führen.

Auto fahren trotz medizinischem Cannabis möglich

Bei der Überprüfung der waffenrechtlichen Zuverlässigkeit durch die Behörde, stellte man fest, dass er bei einer Fahrzeugkontrolle durch die Polizei unter dem Einfluss von Cannabis stand. Dies wurde jedoch nicht weiter strafrechtlich verfolgt, da er nachweisen konnte, dass das Cannabis ihm im Rahmen einer rheumatischen Schmerztherapie ärztlich verordnet wurde. Anders als beim illegalen Konsum, hat medizinisch verordnetes Cannabis strafrechtlich keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit des Fahrers und wird wie andere ärztlich verordnete Medikamente behandelt. 

Jäger plant Berufung

Seine Jägerprüfung hatte der Mann bereits unter dieser Medikation erfolgreich bestanden. In seiner Argumentation bezog sich der Pfälzer darauf, dass er ja auch ein Fahrzeug unter Einfluss von ärztlich verordnetem Cannabis führen dürfe.

Der Cannabispatient gibt seinen Traum vom Jagen vermutlich noch nicht auf: Einem Bericht der Trierer Zeitung „Volksfreund“ zufolge, möchte er die Berufung durch das Oberverwaltungsgericht in Koblenz beantragen.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail