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Bundesverwaltungsgericht: Schalldämpfer nicht nötig für die Jagd

Das Schalldämpferurteil des Bundesverwaltungsgerichts stellt vieles in Frage (Symbolbild). © Dr. Christian Neitzel

Das Schalldämpferurteil des Bundesverwaltungsgerichts stellt vieles in Frage (Symbolbild).


Das Bundesverwaltungsgericht veröffentlichte heute die Begründung des Urteils "Schalldämpfer für Jagdwaffen", welches am 28.11.2018 getroffen wurde. Darin und in den Leitsätzen wird mehrfach betont, dass eine Schädigung des Gehörs durch die Schussabgabe nicht den waffenrechtlichen Grundsatz außer Kraft setzen kann, "so wenige Waffen wie möglich in privaten Besitz gelangen zu lassen". 

"Das Interesse der Jäger, ihr Gehör zu schützen, könne ein Bedürfnis für das jagdliche Schießen mit einer schallgedämpften Waffe nicht begründen."

Jägern solle nur die Ausstattung mit Schusswaffen ermöglicht werden, die sie benötigen, um die Jagd auszuüben. Das Bundesverwaltungsgericht betrachtet Schalldämpfer demnach nicht als "für die Jagd notwendig".

Schalldämpfer wenig verbreitet

Ohrkapseln oder In-Ear-Schützer seien ebenso effektiv, um das Gehör zu schützen. Schalldämpfer seien ohnehin aufgrund "der restriktiven Zulassungspraxis" wenig verbreitet. Weiterhin wird in diesem Urteil darauf hingewiesen, dass mit schallgedämpften Waffen eine erhöhte missbräuchliche Verwendung stattfinden könnte:

"...weil ein Schalldämpfer eine lautlose Schussabgabe ermöglicht oder jedenfalls die Lautstärke des Mündungsknalls beim Abfeuern der Waffe erheblich vermindert....."

Schutz des Jagdhundes keine Begründung

Auch der Schutz des Hundeohrs ist keine Begründung. Der Schutz des Gehörs des Jägers dürfe nicht davon abhängen, ob er von einem Hund begleitet werde. Weiterhin sei es "Sache der Jäger, dafür Sorge zu tragen, dass ihr Jagdhund hinreichend schussfest ist."


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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