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Bundesjagdgesetz: Bundesrat fordert strengere Jägerprüfung

Rehbock-Winter-Aesend © Martin Bergsma - stock.adobe.com
Der Bundesrat nahm Stellung zum Entwurf des Bundesjagdgesetzes.

Das Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des Bundesjagdgesetzes schreitet voran. Am vergangenen Freitag äußerte sich der Bundesrat zu dem Entwurf und gab Änderungen an. Beim Thema Waldverjüngung möchte der Bundesrat vor das Wort „Verjüngung“ die Begriffe „standortgerecht“ und „artenreich“ einfügen, um eine forstwirtschaftliche Zielsetzung nicht nur auf eine Baumart zu begrenzen.

Strengere Anforderungen an Jägerprüfung

Auch die Anforderungen bei der Jägerausbildung sowie beim Schießnachweis sollen nach Willen des Bundesrats nachgeschärft werden. So sollen die KO-Kriterien in der Jägerprüfung strenger definiert werden. Im Entwurf wurde explizit Waffenhandhabung und Wildbrethygiene genannt, jedoch fordert der Bundesrat in allen Prüfungsfächern eine ausreichende Leistung, da es von „erhebliche Bedeutung sei“, dass Jägerinnen und Jäger in keinem der definierten Prüfungsfächer nur eine mangelhafte Leistung zeigen.

Auch die Anforderungen an die Schießprüfung betrachtet der Bundesrat strenger als der Entwurf es vorsieht: Im Gesetzesentwurf waren beim Schießen mit der Büchse auf bewegliche Ziele zwei Treffer aus fünf als Ziel definiert; der Bundesrat fordert hier drei Treffer sowie eine Definition der Treffer nicht nur des achten bis zehnten Rings, sondern sogar des neunten bis zehnten Rings.

Weiterhin soll die Überprüfung der Flintenschießfähigkeiten zwingend in einer Prüfungssituation dargestellt werden und nicht die Möglichkeit bestehen die Nachweise innerhalb der Ausbildung zu erbringen, wie es der Gesetzesentwurf bislang vorsieht.

Übergangsfrist von maximal drei Jahren für Bleifrei

Beim Thema „bleifreie Büchsenmunition“ will der Bundesrat nachschärfen. So soll nur Büchsenmunition verwendet werden dürfen, die nicht mehr Blei als nötig an den Wildkörper abgibt. Zudem sollen Restbestände anderer Munition, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes rechtmäßig erworben wurde, maximal noch drei Jahre bis nach Inkrafftreten des Gesetzes verwendet werden dürfen.

Beim Thema Nachtsichttechnik sollen noch einige Begriffe im Gesetzestext nachgebessert werden, um dem Waffengesetz zu entsprechen.

In einer gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Jagdverbandes, des Bayerischen Jagdverbandes, des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger, der Deutschen Delegation im Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), des Deutschen Jagdrechtstages und der Deutschen Wildtier Stiftung waren die Verbände vornehmlich auf das Thema "Wald vor Wild" eingegangen. Ausführungen zu den übrigen Änderungen fehlten weitestgehend. 


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