Bundesjägertag 2010: 70.000 Unterschriften übergeben

DJV-Präsident Jochen Borchert (2.v.r.) mit Vertretern der Jagdpresse, die die Aktion unterstützt hatte, bei der Übergabe der Unterschriften an Staatssekretär Dr. Robert Kloos (r.). Foto: SE


Stand vor einem Jahr in Berchtesgaden noch die innerverbandliche Auseinandersetzung im Vordergrund, waren es auf dem Bundesjägertag am 04. Juni in Templin wieder Sachfragen.

Gleich mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution wandten sich die Delegierten aus 15 Bundesländern (Bayern gehört seit dem 01. Januar 2010 nicht mehr dem DJV an) gegen die sich abzeichnende Zersplitterung des Jagdrechts. Anlass sind die sogenannten „Reformansätze“ in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland.

Zentrale Eckpunkte zur Erhaltung eines einheitlichen Jagdwesens sind demnach:

  • die Bindung des Jagdrechts an das Grundeigentum
  • die Ausübung der Jagd auf allen land-, forst- und fischereiwirtschaftlich nutzbaren Flächen (auch Naturschutzflächen)
  • das System der Jagdgenossenschaften und das Reviersystem

In letzterem Punkt zeichnet sich hier Einigkeit mitden wichtigsten Partnern der Jäger ab: Der Deutsche Bauernverband (DBV), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) und der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) bekannten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zur Pflichtmitgliedschaft in den Jagdgenossenschaften.



Erfolgreiche Unterschriftenaktion

Vertreter von Grundeigentum, Wissenschaft, Politik und der Jägerschaft bekannten sich in der Diskussion zu gemeinsamen Handeln. Foto: SE



Als äußeres Zeichen für diese Linie kann die vom DJV initiierte Unterschriftenaktion gelten, an der sich auch die dlv-Jagdmedien sowie weitere Jagdzeitschriften beteiligt hatten: Dem Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos, konnten jetzt 70.000 Unterschriftengegen die Zersplitterungdes Jagdrechts überreicht werden.


Zweites Brennpunktthema war das Schwarzwild: Im Rahmen einer Podiumsdiskussion waren sich Vertreter der Landwirte, der Jagdgenossenschaften, der Politik, der Wissenschaft und der Jägerschaft einig, dass diese Problematik nur durch gemeinsames Handeln in den Griff zu bekommen ist. Ebenso waren sie sich einig, dass es absolut unsinnig ist, sich in dieser Streitfrage den Schwarzen Peter gegenseitig zuzuschieben. Wie Lösungen aussehen könnten, wurde auf dem Agrarbetrieb Röddelin im Rahmen des Modellvorhabens „Schwarzwildbewirtschaftung in der Agrarlandschaft“ den Delegierten vorgestellt.

In seinen jagdpolitischen Ausführungen ging DJV-Präsident Borchert vor allem mit dem Gutachten zum „Wald-Wild-Konflikt“ hart ins Gericht: Vom Anspruch, eine sachliche Analyse der Verbisssituation zu liefern, seien die Auftraggeber – BfN, DFWR und ANW – meilenweit entfernt (jagderleben.de berichtete hier).


Einigkeit demonstriert


In seinem Jahresbericht ging Borchert auf die neue Situation nach dem Austritt Bayerns ein. Vor allem in finanzieller Hinsicht hat das für den DJV durchaus gravierende Konsequenzen, was sich auch in den von Schatzmeister Dietrich Möller vorgestellten Haushaltsplänen widerspiegelte. Andererseits konnte Borchert den Delegierten mitteilen, dass die auf der Sonderhauptversammlung beschlossenen Maßnahmen umgesetzt worden sind oder sich in Umsetzung befinden. So steht fest, dass die DJV-Geschäftsstelle in 2011 nach Berlin umziehen wird. Einstimmig wurden von den Delegierten die vom Präsidium vorgeschlagenen Satzungsänderungen gebilligt.
Gastgeberland des Bundesjägertages 2011 wird Rheinland-Pfalz sein. JD