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Brut- und Setzzeit: Hunde hetzen immer wieder Rehwild zu Tode

Leonie-Engels © Leonie-Engels
Leonie Engels
am
Sonntag, 29.05.2022 - 15:41
Rehbock © Martin Börgerding
Der tote Rehbock wies mehrere Bissspuren auf.

Wie die Jägerschaft des Revieres Hagen im Hegering Vechta (Niedersachsen) berichtet, wurde Anfang Mai ein verendeter Rehbock gefunden. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass am Rücken des Tieres deutliche Bissspuren zu erkennen waren, die auf einen wildernden Hund schließen ließen. Neben dem toten Rehbock waren Pfotenspuren zu erkennen, die vermuten lassen, dass es sich bei dem Hund um ein größeres Exemplar gehandelt haben muss. Während bei Rissen in dieser Region durchaus auch der Wolf verdächtigt wird, kam er in diesem Fall angesichts der Umstände nicht in Frage.

In der Rehdecke konnten die Bissspuren eines Hundes erkannt werden.

Nicht der erste Fall von wildernden Hunden

Schon vor zwei Jahren hatte das Revier einen ähnlichen Fall zu verzeichnen. Damals wurde ein verletztes Reh aufgefunden, welches durch einen Fangschuss erlöst werden musste. Auch in diesem Fall wurden bei näherer Betrachtung Bissspuren eines Hundes am Wildkörper festgestellt, Ursache also wieder ein wildernder Hund.

Auch ohne, dass der Hund selbst ein Stück reißt, kann das frei Laufen und Wildern weitreichende Folgen für die Wildtiere haben. „Zwei Tage vor dem Rehbockfund haben wir auf dem Bahnkörper der Nord-West-Bahn eine hochtragende Ricke gefunden. Zwei verendete Rehkitze und das Muttertier; ein Bild des Grauens. Auch hier ist es nicht ausgeschlossen, dass der Wildunfall durch einen hetzenden Hund ausgelöst wurde“, erklärt Jäger Martin Börgerding aus dem Revier Hagen.

Die Ricke war mit zwei Kitzen tragend.

Jäger warnt vor Gefahren durch freilaufende Hunde

„Wildrückzugsgebiete oder Wildruhezonen werden von Hundebesitzern oft ignoriert, Hinweisschilder werden nicht beachtet, abgerissen oder zerstört. Es ist nicht immer ein Hund, der für die vielen Wildunfälle ausschlaggebend ist, aber sehr oft. Ist das Wild erst aufgescheucht flüchtet es in panischer Angst und überquert dann befahrene Straßen, Wege und Schienen. Ein Wildunfall ist dann oft vorprogrammiert“, so Börgerding.

Hundebesitzer werden aufgefordert, die Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit einzuhalten.


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