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Brunner forciert Schonzeitvergehen

Staatsminister Helmut Brunner. Foto: DIT © DIT

In einem Brief verkündet der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, dass der fahrlässige Abschuss von Rehböcken innerhalb der Schonzeit künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit geahndet werden soll.
Zu diesem Ergebnis kommt Brunner aufgrund einer von Fürst Oettingen-Spielberg initiierten Gesprächsrunde mit den Präsidenten des Bayerischen Waldbesitzverbands, des Bayerischen Bauernverbands, des Bayerischen Jagdverbands (BJV) und seines Amtschefs, Martin Neumeyer. Unterstützend habe Brunner selbst eine Analyse über die Entwicklung in anderen Bundesländern in Auftrag gegeben. Der Staatsminister ist von dieser "praktikablen und unbürokratisch bayerischen" Entscheidung überzeugt: "...auch deshalb, da ich bei Gesprächen mit engagierten Jägern und Kreisgruppenvorsitzenden des BJV durchaus Verständnis und Zustimmung gespürt habe", so Brunner in dem Schrieb.
Die Regelung gilt ab dem kommenden Jagdjahr 2013/2014 und bezieht sich auf die Zeit vom 16. Oktober bis 15. Januar. Das Schreiben wurde an die oben genannten Verbandspräsidenten gerichtet, wie ein Ministeriums-Sprecher auf Nachfrage der Redaktion mitteilte.

BS

Aktualisierung:

Während der Bayerische Jagdverband den Brief Brunners mit „äußerster Befremdung zur Kenntnis“ nimmt und sich heute (19. Februar) in ener Pressemeldung „energisch“ dagegen wendet, feiert der ÖJV Bayern diesen „Erlass“ bereits „als großen Schritt in die richtige Richtung“. „Mit dieser Vorgabe wird verantwortungsbewussten Jägern und Jägerinnen der Rücken gestärkt, denen an der Verringerung der nach wie vor meist zu hohen Verbissebelastung der Waldverjüngung gelegen ist. Die dringend notwendige, waldfreundliche Jagd kann so forciert werden, ohne in die Kriminalisierungsfalle zu tappen“, so der ÖJV.
Hubert Aiwanger, Fraktionschef FREIE WÄHLER, zeigte sich in einer Pressemitteilung vom 20. Februar empört angesichts des Brunner-Schreibens: "Wenn der Staat dazu aufruft, seine eigenen Gesetze nicht mehr zu befolgen, dann ist das ein Skandal. (...) Brunner sollte seinen Hut nehmen."
DIT